LG "Mabinogion" ist "Super Hi-Vision"- CES zeigt 8K UHD-TV

UHD-TV von LG Foto: LG Display
Vom 6. bis 9. Januar ist wieder CES in Las Vegas- und so langsam hört man hier und da mehr oder weniger unbestätigte Gerüchte, womit die Hersteller denn 2015 beim anspruchsvollen Publikum punkten wollen. Im wichtigsten Umsatzsegement, dem Fernseher, waren 2014 neben den neuen Smart TV-Betriebssystemen zum ersten mal UHD-TV der Renner beim Branchenevent in der US-Spielermetropole. 4K Ultra-HD-TV natürlich.

Obwohl es, einzelne abrufbare Programme bei Streaming-Diensten und einen ASTRA-Testkanal einmal ausgenommen, eigentlich noch gar kein Fernsehen in UHD gibt, waren schon zehn Monate später Ultra-HD-TV zumindest in den USA bereits ein wichtiges Standbein im Weihnachtsgeschäft. Also Alltag. Die ruhelose Branche ist damit schon wieder auf der Suche nach etwas Neuem.

Samsung, so hört man, will neue Smart-TV mit Tizen-Betriebssystem zeigen. Und LG präsentiert dort "Mabinogion"- einen 55 Zoll-Fernseher mit echtem 8K UHD. 7.680 x 4.320 Bildpunkte besitzt so ein LCD-TV und er hat mit 500 Candela dank eines zusätzlichen "W sub-Pixels", wie CNet erfahren haben will, auch noch eine ungewöhnlich hohe Leuchtkraft. Das "Mabinogion" ist übrigens eine Sammlung frühmittelalterlicher Geschichten aus Wales. Geschichten, die aus den Mythen entstammen, die wohl einst die Druiden den Kelten am Lagerfeuer erzählten.

In Japan, wo man sich schon etwas länger mit dem Thema beschäftigt, hat man auch schon einen Namen für 8K-UHD: Super Hi-Vision. Aber egal ob Druiden oder Visionen, ein gewisser Zukunftsglaube ist bei Kenntnis des aktuellen Stands der Dinge bei 4K-UHD schon erforderlich, um schon jetzt auf diese nächste Generation von noch schärferem TV zu setzen. Der Wikipedia-Vergleich der Auflösungen zeigt die Herausforderung:

Grafik: Wikipedia
Also, das ganz, ganz kleine und kaum sichtbare "SD"-Quadrat links unten wäre die Auflösung, in der RTL gerade sendet, wenn man keine Lust hat Aufpreis für "HDplus" und damit für "Bilder schärfer als die Realität" zu bezahlen. "Schärfer als die Realität" wäre dann noch nicht ganz das zweitkleinste Kästchen "1080p HD", denn es gibt auch noch 1080i HD- aber das würde jetzt zu weit führen. Ab UHD aufwärts gibt es nur noch "p", so dass wir uns diese Diskussion ersparen können. Digitalfernsehen sind Daten. Sehr, sehr viele Daten und die Grafik zeigt den Anstieg der zu übertragenden (und auch im Sender wie im Gerät zu verarbeitenden) Datenmassen sehr anschaulich.

Jedes einzelne der vielen Pixel will bespielt werden und das bringt auch bei den neuen Kompressions-Standards wie HEVC die Technik an ihre Grenzen. Sharp zeigte bereits im Vorjahr einen 8K-Monitor in Las Vergas und Samsung auf der letzten IFA im Herbst. Aber dies waren Prototypen. Der LG "Mabinogion" soll dagegen dank einer Zusammenarbeit mit dem Grafik-Chip-Hersteller NVIDIA praktisch nahezu serienreif sein.

Woher dieser Fernseher, wenn es ihn dann zu kaufen gibt, sein Programm bekommt? Keine Ahnung. Die Wunderchips von NVIDIA werden wohl vorhandenes "hochrechnen" müssen. Auch bei HDMI und HDCP müsste da vielleicht schon wieder aufgerüstet werden. Ein Amazon Instant Video oder ein Netflix mit "Super Hi-Vision"- Angebot wäre wohl auch der ultimative Alptraum jedes Internetanbieters. Irgendwie sind die TV-Hersteller in ihrem Wettrennen der vorhandenen Infrastruktur-Realität bei der Produktion und Distribution von Fernsehen da völlig enteilt.

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