Alles drin- das SmartTV-Komplettpaket von Alibaba und Haier

Screenshot: haier.com
Stellen Sie sich mal vor, Amazon würde YouTube kaufen, große TV-Produktionsfirmen aufbauen und bei den großen Filmstudios in Hollywood mit (fast) unerschöpflichen Koffern voller Geld nach Beteiligungen fragen. Danach würde der Handelsgigant sich mit einem großen SmartTV-Hersteller verbünden und sie würden gemeinsam gemeinsam einen tollen Fernseher auf den Markt bringen.

Einen SmartTV, der den Zugang zu den tollen Fernsehprogrammen aus eigener Herstellung gleich mitliefert. Dazu Games für die Spieler unter uns. Und nebenbei das Einkaufen in der eigenen, unendlich großen E-Commerce-Shoppingmeile per Sprachbefehl noch obendrauf.

Gibt es nicht? Doch, ab sofort schon. In China. Immer wenn ich aus unserer merkwürdigen Fernseh-Parallelwelt der "Rundfunklizenzen", Regulierer und für 2016 geplanter "Jugendkanäle" nach Asien schaue, wird mir ganz schwummrig. Aber keine Panik, alles wird ganz bestimmt gut. Die Welt wird sicher endlich einsehen, dass dieser ganze "Fortschritt" nichts taugt und spätestens 2016 wieder die einfach bedienbaren und robusten Metz-Fernseher kaufen, um sich pünktlich 20 Uhr zur Verlesung der "Tagesschau" vor den Bildröhren einzufinden. Ach nein, dass heißt ja jetzt "Display". 

Also, in China, da gibt es "Alibaba". So etwas wie das chinesische "Amazon" mit "Ebay" dazu. Die sind dieses Jahr an die Börse gegangen und es hat Milliarden geregnet. Alibaba ist seit dem Frühjahr auch ein Hauptaktionär von Youku-Tudou, dem chinesischen Gegenstück von YouTube. Alibaba-Gründer Jack Ma war gerade auf Hollywood-Tournee bei den großen Filmstudios. Und jetzt gibt es, gebaut von Haier, den SmartTV mit Alibaba Inside.

Da wachsen Handel, Unterhaltungsindustrie, Marketing und Fernseher zu etwas völlig Neuem zusammen. Derweil tagt in Deutschland die Minsterpräsidentenkonferenz der Länder zu Planungen für einen  "Jugendkanal". Und die Fernseh-Verantwortlichen sind darüber verwundert, warum dies kein "Sender" werden soll. Alibaba ist zwar auch in Deutschland aktiv, aber bisher nicht wirklich ernsthaft. Aber ich hätte da so eine Idee, mit welchen Planungen Amazon sich derzeit für 2015, ein Jahr vor dem "Jugendkanal", vielleicht beschäftigt.

Amazon sitzt in Seattle. Vielleicht kommt das deutsche Fernsehen der Zukunft von dort. Auch und zuallererst die "Jugendkanäle". Wenn Amazon nicht will, kommt es trotzdem nicht von hier- eher noch von da:

Alibaba-Hauptquartier in Hangzhou, VR China Foto: Alibaba Group

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