Alles bleibt anders. Weihnachten bei Hoppenstedts.

Screenshot: YouTube
Ich würde gern mal über die Daten schauen. Die Daten darüber, was heute und morgen auf den deutschen "Datenautobahnen" so passiert. Denn alle reden von "Veränderung" und "Wandel"- aber in Wirklichkeit geschieht nichts. Es hat sich irgendwie der Glauben verbreitet, wenn man nur genug redet über ein Problem, dann hat man es auch im Griff und es geht wieder weg.

Aber es geht nichts weg. Heute und morgen, so kann man es wohl auch ohne Datengrundlage schlicht vermuten, werden so viele Fahranfänger wie nie zuvor auf die Datenautobahn auffahren. Denn all die zum Weihnachtsfest aus den Media- und Internetmärkten ausgelieferten Smartphones, Tablets und auch Smart-TV's werden sich mit dem Netz verbinden. Und nach Inhalten suchen. Und es werden wohl so viele Video-und TV-Inhalte sein wie nie zuvor.

Um das zu vermuten reicht es aus, sich einfach mal umzuschauen. Nicht nur in den USA ist das Weihnachtsgeschäft entscheidend für die Hersteller von Fernsehgeräten. Rechtzeitig zum Weihnachtsfest gab es Entlastung an der Benzinpreisfront für die deutschen Konsumenten. Es wird weniger gespart, gibt eh keine Zinsen mehr, und bei dem einen oder anderen ist ja doch etwas vom "Aufschwung" auf den Konten angekommen. Die Elektronikmärkte waren so voll wie nie. Die nächste Technikgeneration wird in viele Haushalte einziehen. Und die deutsche Medienindustrie ist so gut wie unvorbereitet.

"Weihnachten bei Hoppenstedts"- genialer kann man das deutsche Weihnachtsfest kaum beschreiben. Das ist eine öffentlich-rechtliche Fernsehproduktion. Intelligenter, kreativer und professioneller als fast alles, was damals so aus den USA kam. Heute würden die gleichen "Anstalten" Opa Hoppenstedt alias Loriot wahrscheinlich nicht weiter beschäftigen. Er ist nicht jung genug. Dabei wirkt er auch noch nach seinem Tod weit jünger als fast alle, die in den so etwas entscheidenden Fernseh-"Gremien" sitzen. Und selbst allen Ernstes glauben, sie könnten so etwas wie "Jugendkanal".

Die Zuschauer interessiert das kaum noch. Ein Teil feiert sein Weihnachtsfest wie immer. Also mit "kleinem Lord", "Traumschiff" und gesungenen Weihnachtsliedern. Aber ein schnell wachsender anderer Teil nutzt die neue Technik, um über die Datenautobahn zu neuen, spannenderen Zielen aufzubrechen. Dahin, wo sie sich gut unterhalten fühlen.

Ein öffentlich-rechtliches Video on Demand-Portal, dass uns zu Weihnachten Opa Hoppenstedt serviert, ist weiterhin nicht in Sicht. Vielleicht wird es ihn nächstes Jahr auf "Amazon Prime" geben, so wie jetzt auch das "Traumschiff". Bis dahin muss man weiter auf YouTube suchen oder mühsam endlose "Programm-Tabellen" durchlesen. Denn "Weihnachten bei Hoppenstedts" wird es zum Fest immer irgendwo geben. Es ist ein Klassiker. Und wohl auf ewig, denn es ist leider extrem unwahrscheinlich, dass etwas Neues auf vergleichbarem Niveau entsteht.

Die Amazons und Netflixe sind auf die "Neuen" von der Datenautobahn gut vorbereitet und empfangen sie mit offenen Armen. Es gibt mit "Guardians of the Galaxy" den wohl besten Unterhaltungsfilm, der in diesem (!) Jahr in die Kinos kam, zum kostenpflichtigen Abruf. Wird sicher ein Riesengeschäft. Netflix hat mit "Marco Polo" sogar so etwas ähnliches wie die aufwändigen "Weihnachtsserien", die öffentlich-rechtliches Fernsehen einst produzierte.

Die deutsche Medienindustrie rund um die Glotze beschäftigt hunderttausende Menschen und die allgemeine Ignoranz gegenüber den technischen wie auch inhaltlichen Qualitätsstandards, die ein gerade entstehender globaler Weltmarkt setzt, gefährdet viele davon schon auf mittlere Sicht. So geht es nicht weiter. Es wird über vieles zu reden sein im neuen Jahr. Aber vor allem gibt es viel zu tun.

Bis dahin viel Spaß mit "Weihnachten bei Hoppenstedts".

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