Xiaomi - Superman als TV-Revolutionär unter Chinas rotem Stern

Screenshot: Facebook-Seite von "Mi"
Zur Unendlichkeit- und darüber hinaus. Xiaomi ist nach Samsung und Apple der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt. Der globale Marktanteil in einem auch bei anderen Herstellern stark wachsenden Geschäft stieg innerhalb nur eines Jahres von 2,1 auf 5,3%. Dafür mussten Xiaomis Handy-Verkäufe um unglaubliche 211% wachsen.

Mr. MITU, so heißt das Maskottchen des Technologie-Konzerns, trägt gern ein rotes Pionierhalstuch und den roten Stern an der Mütze. Aber die vorbildlichen Pioniere denken wohl auch kapitalistisch. Mit Hugo Barra hat man im Vorjahr einen echten "Vizepräsidenten" aus Googles Android-Sparte vom sonnigen Kalifornien nach Peking weggelockt. Wer die Umweltqualität der chinesischen Hauptstadt kennt, vermutet doch eher sehr viel Geld als sozialistische Überzeugungen hinter dem Vorgang.

Screenshot: mi.com
Xiaomi baut jetzt auch Fernseher. Und die sehen im Vergleich zur Konkurrenz gar nicht so schlecht aus. Teure Qualitäts-Panels von Samsung und LG sind da drin. Ein Qualcomm Snapdragon 600 quad-core 1.7 GHz-Prozessor sorgt für Rechenpower. In Verbindung mit der Adreno 320 GPU liefert der eine Grafikperformance auf der Höhe der Zeit und damit richtig Spaß beim spielen. Und schick ist der 47 Zoll- Fernseher auch noch- fast randlos.

Fernsehgeräte bauen ist aber ein schwieriges Geschäft. Und 47 Zoll ist eine massenhaft gängige Größe, da tobt der globale Preiskampf gnadenlos. Was könnte Xiaomi ähnliche Erfolge wie beim Smartphone ermöglichen? Schließlich kann man die Dinger nicht ganz verschenken, da steckt schon einiges an Geld für die Bauteile drin.

Ein Alleinstellungsmerkmal, ein USP wird gebraucht. Und wurde gefunden- Inhalte sollen bald mitgeliefert werden. Xiaomi will 1 Milliarde US-Dollar (!) in TV-Inhalte investieren. Da kann man schon was für drehen. Die Inhalte sollen "zuerst" auf Xiaomi-Fernsehern und Set-Top-Boxen zu sehen sein. Man möchte damit, so heißt es, die Produktpalette diversifizieren und davon wegkommen, ein reiner Hardware-Hersteller zu sein. "Wir wollen den Erfolg von Xiaomis Hardware-Integrationsmodell in der TV-Industrie wiederholen", so der Chef von Xiaomis neuer "Video Content Division", Chen Tong.

Mit Sicherheit wird zuerst der riesige chinesische Markt in Angriff genommen werden. Aber das ist in China immer nur ein erster Schritt, da sind einige Schwergewichte auch schon in Richtung Hollywood und US-Markt unterwegs und auch Kollateralschäden sind schon zu beklagen. Dass diese angriffslustigen Chinesen Angst vor der eigenen Courage bekommen, wie Microsoft bei seinen "Entertainment Studios", ist dagegen kaum zu erwarten.

Dadurch könnte der Markt völlig verändert werden. Wenn sich Fernseher zusammen mit Inhalten besser verkaufen lassen, wird Sony zum Beispiel nicht lange zusehen. Schließlich hat man die Inhalte schon im Haus. Und auch Samsung oder LG werden Entertainment-Sparten planen. Dadurch würde sehr viel Geld zusätzlich in diesen Markt fließen und die Spielregeln völlig verändern.

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