Utopia wird eingestellt. Zumindest in den USA.

Screenshot: utopiatv.com
Auf der MIPCOM galt die neue Idee für "Reality-TV" im vorigen Jahr noch als großer Hoffnungsträger. Jetzt wird "Utopia" vielleicht für schlaflose Nächte bei den SAT.1-Verantwortlichen sorgen. Denn SAT.1 bringt John de Mols Erfindung gerade nach Deutschland. Das Gelände, auf dem die "Utopianer" ein Jahr lang leben sollen, liegt im brandenburgischen Königs-Wusterhausen und wird derzeit für den geplanten Start im Frühjahr hergerichtet.

"Wie sähe meine ideale Gesellschaft aus, wenn ich selbst entscheiden könnte? Wäre sie gerechter, friedlicher, sozialer? Es gibt keine Regeln und Gesetze, es sei denn, die Utopianer schaffen welche. Es gibt keine Anführer, es sei denn sie bestimmen sie. Für den Anfang muss das Nötigste genügen: Eine unbeheizte Scheune, zwei Kühe, einige Hühner und etwas fruchtbarer Ackerboden reichen aus. Außerdem stehen Anschlüsse für Gas, Wasser und Strom zur Verfügung. Betten, Duschen und Toiletten: Fehlanzeige. Um sich die Grundlagen für das Nötigste leisten zu können, steht den Pionieren ein kleines Startguthaben zur Verfügung. Welche Gesellschaft erschaffen die Utopianer? Wird es das ultimative Glück - oder das komplette Chaos?"

Bei Fox in den USA wurde es wohl vor allem eins: Langweilig. Eigentlich hatte man dort sogar geglaubt, für die Utopia-Livestreams im Netz Geld verlangen zu können. Nach 66 Tagen wird jetzt abgesetzt. Das "aufregendste Sozial-Experiment der TV-Geschichte" (SAT.1) war in den Staaten kein Aufreger. Wird der deutsche Fernsehzuschauer derartige am Reißbrett der Controller und Marketing-Menschen konstruierte Geschichten noch annehmen? Das wird spannend- denn "alles außer langweilig" ist der eigentliche Trend der Zeit.

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