Sieger produzieren selbst- Netflix liegt vorn im Rennen der Goldgräber

Foto: Netflix
Goldgräberstimmung ist angesagt auf dem Markt für das Fernsehen aus dem Internet- auch in Deutschland. Wuaki.tv ist mittlerweile gestartet. Google Play überrascht ab und zu mit einem geschenkten Film. Sky wird immer aktiver. Watchever und Maxdome sind schon lange da. Und natürlich Amazon. Und noch natürlicher: Netflix.

Aber statt die ganz großen Nuggets im deutschen Claim zu finden scheinen alle mehr oder eher weniger ertragreich im Lehm zu wühlen und sich mühsam durch harten Granit zu bohren. Wirklich Geld verdient sicherlich derzeit niemand in diesem Geschäft. Harter Preiskampf ist angesagt- beim Konsumenten genau wie beim Einkauf der Rechte, deren Inhaber durch den Boom in der besten Position von allen sind. Vor allem dann, wenn sie Besitzer besonders attraktiver Rechte sind, also Filme und Serien, nach denen das Publikum wirklich sucht.

Für den US-Markt hat gerade aktuell Centris Marketing Science die Bedeutung von selbst produziertem Content für den Erfolg von Netflix untersucht, und siehe da: Im dritten Quartal sagten 72% der US-Netflix-Abonnenten, dass sie zumindest ein Netflix-Original gesehen hätten, im ersten Quartal waren es erst 57%. Nach einer Umfrage von RBC Capital Markets gaben 57% der Netflix-Abonnenten an, die von Netflix selbst produzierten Programme seien für sie "extrem wichtig", "sehr wichtig" oder zumindest "mäßig wichtig".

Und das Produzieren bei Netflix fängt ja gerade erst an. Für den deutschen Markt ist "House of Cards" sicher trotz aller Qualität etwas zu US-zentriert. Die für ein globales Publikum produzierten Inhalte kommen ja gerade erst- so etwas wie "Marco Polo" im Dezember oder bald auch "Marseille" oder "Narcos".

"Die Geschichten, die wir heute im Fernsehen sehen, sind nicht das TV unserer Eltern. Die Storys, die unsere Kinder im Jahr 2025 sehen werden, könnten ihr Vorstellungsvermögen sprengen", so Neil Hunt von Netflix im Mai dieses Jahres. Da ist sicher auch Marketing dabei- aber genau das hat Netflix vor. Und reine Content-Händler könnten beim Rennen der Goldsucher am "NewTV"-Markt leer ausgehen. Oder noch schlimmer: Mit viel weniger Geld als beim Einstieg.

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