Game of Video-Thrones: Vessel will YouTube angreifen

Screenshot: vessel.com
Zuerst kam Facebook und stellte mit dem billigen Trick, Videos in der Timeline automatisch starten zu lassen, als erster die Gewissheit in Frage, dass der Thron des Videokönigs im Internet auf alle Zeit an YouTube mit seinen Multimilliarden Abrufen vergeben ist. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als den TV-Spot der Zukunft und auf welcher Plattform er läuft. Es geht um das ultimative "Game of Thrones" in Video und "NewTV". Das zu vergebende Königreich ist damit der wohl größte Werbemarkt der Zukunft überhaupt.

Nun will noch ein weiterer YouTube-Konkurrent noch in diesem Jahr starten- Vessel. Okay, es sind schon viele "YouTube-Konkurrenten" an den Start gegangen und wieder verschwunden. Oft wohl ohne dass man bei YouTube ihre Existenz überhaupt bemerkt hat. Der Thron von Vessel ist aber von Jason Kilar besetzt, einst Gründer und Gechäftsführer von Hulu. Die US-Internet-TV-Plattform hatte noch einen zweiten Gründer und Chef fürs Technische, Richard Tom. Der steht auch bei Vessel wieder an der Seite von CEO Kilar. Weitere "Ex-Hulus" sind an Bord. Einer der Hauptinvestoren in das Startup heißt "Bezos Expeditions". Das ist die Firma, die die privaten Investitionen von Amazon-Chef Jeff Bezos verwaltet. Bei Vessel dürfte Aufmerksamkeit in den Chefetagen von YouTube und Google auch schon vor dem Start garantiert sein.

Darüber hinaus ist das Konzept der neuen Plattform ein direkter Frontalangriff auf YouTubes empfindlichste Schwachstelle- die YouTube-Stars. Auch wenn deren Einnahmen steigen, sind sie im Verhältnis zu den gewaltigen Abrufzahlen sehr gering. Mit "Google Preferred" hat YouTube zwar Fortschritte dabei erzielt, mehr und teurere Markenwerbung gezielt auf die Kanäle der großen YouTube-Stars zu leiten, um diese so an die Plattform zu binden und Unzufriedenheit vorzubeugen. Die großen Namen werden aber zunehmend auch von den klassischen TV-Konzernen umworben und haben sicher mittlerweile von den dort üblichen Tausender-Kontakt-Preisen gehört.

Genau an dieser Stelle setzt Vessel an. Das Angebot an die großen YouTuber heißt: Mehr Werbegeld pro Abruf. Sie müssen dafür nur ihr Video auch bei Vessel einstellen- und das mindestens 72 Stunden früher als bei YouTube. Ob die Plattform den Start noch wie geplant 2014 schafft, ist nicht ganz klar. Geplant ist die Distribution der Videos über die gesamte Bandbreite von Desktop, mobile, SmartTV-Apps bis eventuell Roku, Apple-TV und Microsofts X-Box. Es soll ein kostenloses und ein Premium-Abo-Angebot geben, beide mit Werbung.

Bei "Game of Thrones" haben wir gelernt, dass kein Königreich ewig ist. Selbst Giganten können fallen. Google sollte sich rüsten für eine Schlacht.

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