Amazon, Netflix, Watchever- der Programmwettbewerb fängt an

Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2 Foto: Amazon, © 2012 TMG
Das Fernsehpublikum ist schrecklich. Jeden Tag versammelt es sich neu vor den Flachbildschirmen und erwartet etwas zu sehen, was es so sonst noch nie zuvor zu sehen bekommen hat. Die Film- oder Serien-Sensation von gestern ist heute kalter Kaffee. Während herkömmliche Fernsehsender gern auch einmal die Erwartungen des Publikums Erwartungen bleiben lassen und senden, was gerade so greifbar ist, müssen die zahlungspflichtigen Video-on-Demand-Dienste liefern. Die brauchen unser Geld und im Gegensatz zur Rundfunkgebühr brauchen sie es freiwillig. Werbeeinnahmen gibt es auch nicht. Sie müssen mit endlichem Budget ihr Publikum ständig erfreuen, damit es nicht aussteigt oder wechselt.

Bisher war es für Amazon oder Netflix in Deutschland ja noch recht einfach. Wer neu mit einem umfangreichen Programmangebot an den Start geht, bietet erst einmal eine große Auswahl, in der jeder sicher etwas findet. Jetzt haben die Kunden das Angebot erkundet, ihre persönlichen Favoriten meist schon angeschaut und stöbern sicher schon auf der Suche nach bisher übersehenen Programmperlen durch die Suchfunktionen. Und erwarten Neues für ihr Geld. Und es soll auch noch besser sein als dass, was auch ohne die Abo-Gebühr die Bildschirme erreicht.

Die Anbieter kommen im Alltag an und erreichen damit die Mühen der Ebene. Watchever ist schon länger dort, Amazon sowie Netflix treffen in Deutschland gerade dort ein- Zeit, sich umzuschauen und zu vergleichen, was der November so Neues bietet. Durchwachsen, so ist die erste Einschätzung.

Amazon kann wohl vor allem bei den Frauen mit dem finalen Teil 2 der Twilight-Saga "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht " punkten. Noch vor ihrer jeweiligen Premiere im Free-TV gibt es die Komödie "Immer Ärger mit 40", "Inside Llewyn Davis" von den Coen Brüdern über die New Yorker Folk-Szene der 60er Jahre sowie das Baseball-Drama "Back in the Game" mit Clint Eastwood zu sehen. Geht so. "Mann tut was Mann kann" mit Wotan Wilke Möhring wird als "November-Blockbuster" angepriesen. Na ja. Es gibt die ersten Staffeln der Serien "Ripper Street" und "Elementary" sowie Staffel 11 von "Navi CIS" und Staffel 5 von "Navi CIS: LA". Das wars. Haut mich nicht vom Hocker. Ich hab aber noch etliche Staffeln "Boston legal" abzuarbeiten.

Foto: Watchever
Watchever hat den Kampf gegen die zwei Großen entgegen mancher Gerüchte noch nicht aufgegeben und stellt den November unter das Thema Halloween und Horror. In sieben Teilen "Saw" testet der sadistische Psychopath Jigsaw den Überlebenswillen seiner sorgfältig ausgewählten Opfer. Damit die sicher von Video on Demand begeisterten Kinder im Haus nicht traumatisiert werden gibt es ein neues "PersoCheck"-Verfahren zur FSK 18 - Kontrolle.

Gewinner des Monats aus NetzTV-Sicht: Netflix. Mit "Virunga" bietet man eine spannende, selbst produzierte Dokumentation. Atemberaubende HD-Bilder sind garantiert. Leonardo Di Caprio höchstselbst war als Executive Producer beteiligt. Dazu auch etwas Grusel für den dunklen Monat, unter anderem Staffel 3 von "American Horror Story" und Klassiker wie "The Hills Have Eyes" oder "Blair Witch Project". Mit dem "Skyfall" von James Bond hat man einen echten Blockbuster anzubieten, "No Country for Old Men" liegt aber bei Amazon Prime Video zum Beispiel schon länger im Regal. "Pulp Fiction" ist dagegen immer ein Fest für jeden Filmfan. Und "Artifact", einen Dokumentarfilm über die Produktion des Albums "This is War" von Jared Letos Band "30 Seconds to Mars" und deren Rechtsstreit mit dem Musiklabel EMI finde ich interessant.

Also Netflix ist im November zwar aus meiner Sicht am spannendsten- macht aber nichts. Denn nach dem neuen Monatsprogramm ist vor dem neuen Monatsprogramm. Das wird nicht leicht- aber ihr wollt ja unser Geld.

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