"League of Legends" - so kommen wir da nicht rein

Screenshot: YouTube/LoL Esports
Große Trommeln leiten große Ereignisse ein. Johannes Preis aus Gernrode und Jonas Rastelbauer aus Bleckenrode sind zum Beispiel um die halbe Welt gereist, nur um heute live dabei sein zu können.

Am Anfang des 4. und letzten Spiels, so berichtet es "ComputerBild", sah es noch gut für den "Star Horn Royal Club" aus. Die beiden ersten "Kills" gingen an die Chinesen. Aber dann gelangen "Samsung Galaxy Whites" "Jungler" Dandy einige perfekte "Ganks" und nach einem "Teamfight am Dragon", den Samsung Galaxy White überzeugend gewann, rollten die Favoriten aus Südkorea unter großem Jubel des Publikums in Seoul wie eine Dampfwalze über "Star Horn Royal Club".

Keine Ahnung was "Ganks" sind. Unter "Kills" kann ich mir was vorstellen. Auf jeden Fall ist die "League of Legends Worlds" jetzt entschieden. Samsung Galaxy White ist Weltmeister. Immerhin 45.000 Zuschauer waren im ausverkauften Sangam Stadion in Seoul Zeugen des legendären Geschehens. Der Veranstalter "Riot Games" überträgt seine "League of Legends"-Weltmeisterschaft kostenlos via Live-Stream in die ganze Welt, unglaubliche 32 Millionen sahen letztes Jahr zu.

Tja. Live-Stream. Viele schalten ein. Da war doch was? Genau. Nach der "Checkliste der Medienanstalten für Veranstalter von Web TV" hätte sich der Veranstalter doch um eine "Rundfunkzulassung" kümmern müssen? Denn das Endspiel wurde live und "linear" verbreitet. Und es richtete sich potentiell an mehr als 500 Zuschauer, auch in Deutschland, gleichzeitig. Offenkundig sogar deutlich mehr. Die Übertragung war ebenfalls "journalistisch-redaktionell" gestaltet. Sogar regelmäßig und dauerhaft sind die "League of Legends Worlds" geplant. Denn "eSport" boomt und kann sich in Asien in der Bedeutung schon fast mit dem Fußball messen.

Und nun? Die Gesichter der Livestream-Macher in Südkorea hätte ich sehen wollen- wenn die denn von diesem für sie sicher sehr seltsamen Anliegen vom anderen Ende der Welt etwas gehört hätten. Haben sie sicher nicht. Und wenn doch, dann hatten sie aus ihrer Sicht gewiss ernsthaftere Aufgaben zu lösen.

Der YouTube-Livestream war deshalb in Deutschland wohl wieder einmal "nicht möglich". Oder wenigstens gut versteckt. Macht aber nichts. Johannes Preis und Jonas Rastelbauer hätten nicht zwingend nach Seoul fahren müssen, um live bei einer "League of Legends"-WM dabei sein zu können. Noch nicht. Denn bei Twitch, wo der Stream auch lief, hat man dieses komische Problem wohl noch nicht so mitbekommen.

Am Freitag hat die deutsche Medienpolitik mit ihrer Entscheidung zum "Jugendkanal" Lernfähigkeit bewiesen. Ist es nicht an der Zeit, endlich auch diesem merkwürdigen Ansinnen der Landesmedienanstalten ein Ende zu setzen, man solle für Internet-Livestreams eine "Rundfunkzulassung" "beantragen"? Damit man sich international für Deutschland weniger fremdschämen muss?

Ach ja, "on demand" braucht der identische Livestream keine "Rundfunkzulassung". Weil er dann nicht mehr "live" ist. Alles klar? Und hier ist er:

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