Internetfernsehen wird überschätzt. Die Medientage München auch.

Auftakt in München: Marcus Wolter, Gary Davey, Nico Hofmann, Christoph Krachten, Wolfgang Link, Lutz Marmor, Christoph Schneider, Shahrzad Rafati, Klaas Heufer-Umlauf  Foto: Medientage München
Ob Hans Hoff seine Gesundheitsberatung an den Start gebracht hat, ist noch nicht bekannt. Aber es ist mal wieder Medienforum, nein Medientage, diesmal in München. Auch dieses Medien-Event, da können wir der Pressemitteilung durchaus beruhigt entgegensehen, wird wieder sehr erfolgreich sein. "Man sagt auf Panels nicht, was man meint. Man sagt, was man meint, sagen zu müssen" schrieb Hoff bei DWDL in seiner genialen Zustandsbeschreibung dieser Treffen von "Seiten- und Mittelschlitzträgern" und vielleicht ist es ja gerade dies, was solche Veranstaltungen für manche so anziehend macht. Im Medienbereich ist es unüblich, unverpackte Wahrheiten öffentlich zu sagen. Man muss auf die Nuancen achten. Und wenn man weiß, was einer meint sagen zu müssen, weiß man wieder mehr- alles klar?

Die Medientage in München laufen also wieder und Hans Hoffs Fazit vom Medienforum in Köln "wir haben viel zu lange und zu breit und mit zu vielen Teilnehmern über von uns als wichtig deklarierte Fragen diskutiert, und am Ende ist nichts, aber auch gar nichts dabei herausgekommen" kann vermutlich wiederverwendet werden. Was bleibt? Sicher jede Menge "Networking" in verschiedenen Ecken, sonst nichts. Morgen geht es zwar weiter, aber höchstwahrscheinlich wird es nicht einmal so einen kleinen, lustigen Streit wie im Vorjahr mehr geben.

Der Held dieser Medientage könnte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor werden. Der bezeichnete im großen Auftakt-Panel bei ProSieben-Moderator Klaas Heufer-Umlauf das Thema Internetfernsehen als "überschätzt" und warnte "auch wer zu früh kommt, den bestraft das Leben manchmal." Diese These ist nun schon auf aufgeregter Internet-Runde und könnte, wenn einer einen eingängigen Hashtag findet (Netz-TV-Vorschlag: #marmortv) durchaus "Neuland"-Qualitäten entwickeln.

Dafür durfte er sich von Mediakraft-Chef Christoph Krachten anhören, der gerade beschlossene Internet-Jugendkanal von ARD und ZDF sei rausgeschmissenes Geld. "Mir tut's leid um die 45 Millionen Euro Gebührengelder."

Ich bin dann mal weg- Internetfernsehen bei Amazon. Falls doch noch etwas Relevantes geschieht, sollte es hier auftauchen:

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