One less thing: Apple hat jetzt Uhren und U2 singt für alle

Screenshot: apple.com/live/2014-sept-event/
Tja. Chrome, Internet-Explorer oder Firefox-User durften den Livestream vom Apple-Event nicht sehen. Safari und OS-Betriebssystem waren gefragt. Nun ja. Vielleicht besser so. Das Twitter-Echo deutet darauf hin, dass die Qualität und Stabilität des Livestreams mit dem YouTube-Stream des großen Konkurrenten Samsung in der Vorwoche nicht mithalten konnte.

Aber im Internet gibt es immer Möglichkeiten. Und letztendlich hat Apple geliefert. Das neue Iphone 6 beziehungsweise die neuen Iphones werden wohl der Konkurrenz harte Benchmarks mitgeben. Mit Apple Pay steigen die angebissenen Äpfel in einen vielversprechenden neuen Markt ein. Und nicht zuletzt wurde wieder einmal ein "one more thing" präsentiert: Die Apple Watch ist da.

Die Uhr sieht gut aus- da wird Samsung mit seiner ebenfalls brandneuen aber etwas klobigen Galaxy Gear kaum punkten können. Ich glaube aber, das ist völlig unwichtig. Ich glaube, Apple ist auf dem Holzweg und das hat viel damit zu tun, dass es wieder nichts Neues zum Thema "Apple TV" gab.

Der nie gebaute Apfel-Fernseher begleitet Netz-TV von Anfang an. "I finally cracked it"- so soll er gesagt haben. Steve Jobs, der Mann der Apple war und die digitale Welt revolutionierte. Ein ins Web, in die Cloud integriertes TV-Gerät. Revolutionär in Design und Nutzer-Freundlichkeit, todschick und einfach zu bedienen. Per Sprachsteuerung mit Siri. Die Lösung für ein Problem. dass Steve Jobs sah- die durchweg unbefriedigende Usability moderner Fernsehgeräte.

Genau das, eine Lösungsfinder, genau das ist Apple nach Steve Jobs nun nicht mehr. Sein Nachfolger Tim Cook ist nicht mehr der unkritisierbare Legende, der Mythos, der Jobs einst war. Cook ist nur der CEO der Apple-Aktionäre. Er hat nicht die Freiheit, Lösungen zu suchen. Tim Cook muss den Cashflow steigern- wohin auch immer.

Ist man einmal auf der Suche nach Rendite statt nach Lösungen, sind Ideen wie die sogenannten "Wearables" die zwangsläufige Folge. Wearables sind aber, egal wie schön, keine Lösung. Eine Lösung gibt es nur da, wo ein Problem ist. Niemand braucht aber wirklich ein zweites, kleineres Smartphone am Handgelenk. Außer vielleicht die Aktionäre.

Das TV-Problem lösen unterdessen andere. LG zum Beispiel mit seinem wirklich gelungenen WebOS. Oder vielleicht sogar Roku. Oder der große Konkurrent Android.

U2 hat zum Apple Event aufgespielt. Sie haben ein neues Album. Das gibt es für alle Mitglieder der Apple-Gemeinde demnächst kostenlos. Vielleicht gibt es bald auch Sammelpunkte. Den neuen A8-Prozessor als Leistungsquelle der neuen Iphones wird die Konkurrenz schnellstmöglich einholen und übertreffen wollen.

Dann, in einem oder zwei Jahren, geht das Rennen von vorn los. Und Apple hat im Rennen die schwierigste Position. Apple ist stets teuer und muss deshalb stets vorn sein. Ist Apple nicht vorn, sind sie weg.

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