Nur für Kunden kostenlos- Telekom wird Basketball-Bundesliga-Sender

Screenshot: www.telekombasketball.de
Das große Rennen um die Inhalte beginnt nun auch in Deutschland. Immer mehr Internet-Konzerne koppeln ihre Produktangebote an exclusive TV-Programme für ihre Kunden- modernes "Content-Marketing", so nennt man das wohl. Apple bietet Live-Events mit iTunes-Stars. Amazon bietet ein kostenloses Video on Demand-Angebot für seine "Prime"-Kunden. Und die Telekom bietet jetzt die Basketball-Bundesliga. Genauer die "beko" Basketball-Bundesliga wie sie derzeit offiziell nach dem Hauptsponsor heißt.

Die Telekom hat die Basketball-Übertragungsrechte für vier Jahre erworben. Die wurden in Deutschland über viele Jahre wie saure Milch den klassischen Sendern angeboten und fanden dort kaum wirklich engagierte Abnehmer. Deutschland ist Fußball-Land, und nur Fußball-Land- im Gegensatz zu den USA, wo Basketball zu den Mega-Sport-Events zählt.

Ab 2. Oktober, dem Start der neuen BBL-Saison, werden erstmals alle bis zu 350 Spiele der Beko Basketball Bundesliga live und in HD zu sehen sein - über das TV-Angebot der Deutschen Telekom Entertain und über PC, Tablet oder Smartphone. Alle Begegnungen können über die Webseite telekombasketball.de live und on Demand abgerufen werden. Für die Nutzung von unterwegs sind mobile iOS bzw. Android "Telekom Basketball"-Apps für Smartphone oder Tablet geplant.

"Mit Telekom Basketball gestalten wir unser TV-Angebot Entertain über alle Plattformen noch attraktiver", so Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland. "Zukünftig werden alle Basketballfans bei uns keinen Korb mehr verpassen - und das zu attraktiven Konditionen." Die natürlich unterschiedlich sind für Telekom-Kunden und Nicht-Telekom-Kunden.

Für Telekom-Kunden mit Laufzeitvertrag und einer Internet-Flatrate ist die Basketball-Bundesliga inklusive. Ab morgen können diese sich über die Telekom-Hotline, online oder in den Telekom-Shops registrieren. Entertain-Kunden können das Angebot direkt über das TV-Menü finden. Allen anderen Basketball-Fans werden über PC, Tablet und Smartphone Jahres-Abos für monatlich 9,95 Euro oder Monats-Abos für 14,95 Euro über die Website angeboten.

Produziert werden keine billigen Internetvideos- die Telekom wird zum Basketball-Bundesliga-Sender mit aufwändigem Programm. Die BBL hat ein etwa 50 köpfiges Redaktions-Team zusammengestellt. Frank Buschmann wird vor und hinter der Kamera die Begegnungen analysieren - mit reichlich Emotionen ("Ratatatata"), großer Leidenschaft und kritischer Betrachtung. Der 49-Jährige ist als "Stimme des Basketballs" bekannt und wird für die Telekom pro Saison bis zu 60 Spiele kommentieren und moderieren. "Die Sehnsucht zu meiner alten Liebe Basketball war einfach zu groß. Jetzt möchte ich helfen, dieses tolle Projekt zu einem Erfolg zu machen", so sein Kommentar zur neuen Aufgabe. Für Beko BBL-Geschäftsführer Jan Pommer ist die Verpflichtung des ehemaligen Zweitligaspielers Buschmann "eine tolle Sache - weil er Emotionen transportiert".

Wenn man allerdings ein Basketball-Fan ist, für dessen Wohnort ein zeitgemäßer Internetanschluss für die Telekom nicht lohnt- tja dann, dann ist das irgendwie doof. Man kann natürlich mit dem Tablet durch die Landschaft zum nächsten leistungsfähigen Mobilfunkmast laufen. Aber mobile Basketball-Daten kosten auch für Telekom-Kunden weiterhin extra.

Update, 19.09.: Das wird ja wie bei der Champions League im Fußball. Zumindest 48 der 350 Spiele gibt es jetzt auch im Free-TV bei Sport1.

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