Investion ins Glasfaser-Internet bringt Kunden zu Telekom Entertain

Foto: Telekom
Gerade ist überall Saison für Bilanzen zum 1. Halbjahr. Meistens sind sie langweilig- was in der Natur der Sache liegt, Bilanzen sind eben für Zahlenmenschen. Wenn Bilanzen wider Erwarten dann doch spannend werden, dann oft durch Nachrichten, auf die die bilanzierende Firma auch ganz gut verzichten könnte.

Bei der Telekom läuft es zur Zeit im Rahmen der Erwartungen. Eher noch ein wenig besser. "Unsere Rechnung geht bislang auf: Mutig und umsichtig investieren, erst auf mehr Kunden, dann auf mehr Umsatz und Ergebnis setzen. Jetzt beginnen wir die Früchte einzufahren." So Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom zum zweiten Quartal des laufenden Jahres.

Derzeit wird überall in Deutschland (fast) flächendeckend daran gearbeitet, die Internetanschlüsse in den Haushalten per Vectoring wenigstens etwas näher an die schnellste "Datenautobahn", die Glasfaser, zu bringen. Damit wird für viele Kunden dann auch das Fernsehen per Internet durch die dann aus dem Router verfügbaren "bis zu" 100 Mbit pro Sekunde etwas realistischer. Zwar ist Vectoring noch nicht "FTTH", "Fibre To The Home", die durchgehende Glasfaser vom Datenzentrum bis in die Wohnung, und damit die optimale technische Lösung- aber zumindest ein erster Schritt vorwärts.

Und siehe da, investieren lohnt sich anscheinend doch: "Wir gewinnen auch dank unserer ausgezeichneten Netze Kunden - und dieser Erfolg schlägt sich immer stärker in unseren Finanzzahlen nieder", so Höttges weiter. Also langweilig? So wie oben beschrieben, ja, langweilig. Aber wer Bilanz-Nachrichten genauer liest, findet darin oftmals doch etwas interessantes. Wie zum Beispiel die Zahlen vom Telekom-TV-Angebot "Entertain".

Die Telekom will bis 2018 fünf Millionen Kunden an ihre "Entertain-Kanäle" bringen, und das ist auf diesem Markt ein ziemlich ambitioniertes Ziel. Zwar erfreut das Entertain-Angebot mit einer immensen Auswahl, auch in HD-Bildqualität, aber es ist nicht billig. Wer im eigenen Haus wohnt, kann auf die bewährte und preiswerte Sat-Schüssel setzen und viele Mieter sind durch ihre Hausbesitzer per "Gestattungsvertrag" einfach ungefragt an einen anderen Anbieter von Kabelfernsehen gebunden. Die können zwar, wenn verfügbar, Telekom Entertain bestellen, müssten aber die Gebühren an den anderen Anbieter weiterhin zusätzlich bezahlen. Es ist also kein einfacher Markt.

Das sieht man auch an den Entertain-Zahlen. Im 3. Quartal kamen 63.000 Kunden hinzu. Innerhalb eines Jahres wuchs die Zahl der TV-Anschlüsse um 240.000. Das ist eine Entwicklung, über die manch anderer Konzern sehr froh wäre, aber 5 Millionen bis 2018 erreicht man in diesem Tempo nicht. Höchstens eine Zahl irgendwo zwischen 3 und 4 Millionen. Was ja auch schon einmal eine Hausmarke wäre.

In goldenen Lettern sollte aber diese Nachricht an alle Telekom-Verantwortlichen verteilt werden:

"In Deutschland verzeichnet die Telekom weiterhin eine starke Nachfrage nach den Glasfaser-Produkten VDSL und FTTH. Im zweiten Quartal legte das Tempo mit 227.000 neuen Kunden im Vergleich zum ersten Quartal nochmals zu. Davon stammen 109.000 Kunden aus dem Bereich Wholesale (Großhandel).... Die Gesamtzahl der Glasfaser-basierten Anschlüsse kletterte damit innerhalb eines Jahres um 55 Prozent auf knapp 2 Millionen.... Dabei buchte mehr als die Hälfte der eigenen Neukunden von Glasfaser-Produkten Entertain hinzu."

Netz-TV würde das so interpretieren: Wer investiert, kann danach attraktive Produkte anbieten. Wer attraktive Produkte anbieten kann, wird auch auf schwierigen Märkten Kunden finden.

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