Ein Jahr Chromecast- bau dir einen eigenen Fernsehsender

Screenshot: google.de
Ein Jahr lang gibt es ihn nun, den kleinen, preiswerten Streaming-Stick von Google und seit fast einem halben Jahr ist auch Deutschland Chromecast - Land. Zeit für eine kleine Bilanz- und die ist besser, als von Google selbst erwartet. Mit fast 4 Millionen verkauften Sticks hat Chromecast auf dem heimischen US-Markt den großen Konkurrenten Apple mit seinem iTV-Würfel mittlerweile überflügelt, nur global liegt Apple noch vorn.

Zur Google-Entwicklerkonferenz I/O im Juni war der kleine Dongle deshalb auch ein großes Thema. Nicht ohne Erfolg. Die für einen längerfristigen Markterfolg wichtigste Zielgruppe, die App-Entwickler, scheint nun auch von der allgemeinen Chromecast-Begeisterung angesteckt. Mittlerweile lohnt sich eine eigene Übersichtsseite im Netz für die etwa 400 verschiedenen Angebote.

Für alle, die darunter leiden, dass ihr Smart-TV überhaupt nicht smart ist und deren Fernseher einen HDMI-Eingang hat, bleibt Chromecast mit seinem Preis von 35 Euro weiter ein fast unschlagbares Angebot zum Nachrüsten. Zwar gibt es jetzt endlich praktikable Smart TV-Betriebssysteme und sogar bereits erste Vorabvarianten von Googles kommendem "Android TV". Dennoch wird die Mehrheit der TV-Zuschauer sich keinen neuen Fernseher kaufen, nur um besser Web-TV schauen zu können. Da ist der Chromecast die ideale Zwischenlösung. Denn wie einst nur bei den Computern gilt jetzt auch beim Fernsehgeräte-Kauf: Wer warten kann, und sei es nur Monate, bekommt mehr Leistung für weniger Geld.

Okay, der Chromecast ist möglicherweise ein Einfallstor für "Rickrolling". Letztendlich ist es auch kein Wundergerät, sondern billige asiatische Elektronik mit dementsprechend begrenzter Lebenserwartung. Aber für den geringen Aufwand bekommt man jetzt durch die schiere Menge an Apps auch ein Universum mehr oder weniger interessanter neuer Möglichkeiten.

So gibt es zum Beispiel ab jetzt eine App, die den Googleplus-Stream auf die Fernseher bringt. Seit dem in der Suche keine "Autoren"-Fotos aus Googles Social Network mehr eingeblendet werden, glauben einige ja, Google hört wieder auf mit dem "Social". Ich glaube das nicht. "Social Fernsehprogramm" wäre eine viel logischere Entwicklungsrichtung für das ohnehin stark Foto- und Video- zentrierte Social Network des kalifornischen Suchmaschinen-Riesen.

Im Googleplus-Stream funktionieren auch Videos anderer Plattformen, nicht nur YouTube, so zum Beispiel Vimeo. Also könnte man jetzt zum Beispiel für diese App alle möglichen Videos zum später schauen im eigenen Stream hinterlegen. Und diesen "Sender" mit anderen teilen. Live die Videos auf dem Fernseher angeboten bekommen, die Freunde gerade schauen und für teilenswert befinden. Das funktioniert noch lange nicht perfekt- mit Links oder Gif's kann kein Fernseher etwas anfangen. Aber es zeigt eine mögliche Richtung.

Auf die App-Entwickler für Chromecast wartet auf jeden Fall noch eine unendliche Welt voller Möglichkeiten.

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