"Mayday" jetzt auch für Deutschland. Höchste Zeit für den Amazon - Alarm

Szene aus "The After" Foto: ©Amazon
Nein, das ist kein Amazon-Besuch in einer deutschen Fußgängerzone voller Einzelhandels-Filialisten. Das ist ein Szenen-Ausschnitt aus "The After". "The After" ist eine neue Mysteryserie von niemand geringerem als dem "Akte X"- Schöpfer Chris Carter. Nein, nicht fürs Fernsehen. Jedenfalls nicht für das bisherige Fernsehen.

"The After" zeigt die Geschichte von acht Menschen bei einer anscheinend weltweiten Katastrophe. Neben dem Versuch zu ergründen, was überhaupt geschehen ist, steht ihr Überlebenskampf in einer plötzlich sehr feindlichen Umwelt im Zentrum der Handlung. Weite Teile der menschlichen Zivilisation scheinen zusammengebrochen zu sein. "The After" ist eine "Amazon Originals"-Serie aus den "Amazon Studios" für "Amazon Prime Video". 2015 soll sie laufen, die Pilotfolge ist (mit Untertiteln) ab sofort verfügbar.

Während deutsche Medienkonzerne noch alle Aufmerksamkeit auf den großen Feind Google richten und versuchen, mit Hilfe der Politik ein paar Groschen der am Markt verlorenen Werbeeinnahmen auf alternativen Wegen zurückzuholen, sind längst andere US-Internetgiganten unterwegs um hier die nächsten Märkte zu erobern. Wenn es so weitergeht wie bisher, sollten sich hiesige Medien- und Einzelhandelsmanager "The After" mal ganz genau anschauen.

"Mayday" in Aktion. Foto: Amazon
Amazon zum Beispiel hat zu den eigenen Studios "Prime Video". Und "Fire TV". Und den "Kindle Fire HDX". Und für den gibt es jetzt auch in Deutschland "Mayday".

"Mit Mayday wollen wir den technischen Kundenservice revolutionieren, und wir freuen uns darauf, diesen Kundenliebling nun auch Amazon.de Kunden anzubieten", sagt Jorrit Van der Meulen, Vice-President Kindle EU. "Es braucht nur einen Klick, und ein Amazon-Experte erscheint auf dem Display des Kindle Fire HDX Tablets. Er erklärt den Kunden jede beliebige Funktion, indem er auf den Bildschirm zeichnet, durch einzelnen Schritte hindurchführt und Anleitungen gibt oder bei Bedarf Einstellungen selbst vornimmt."

Ja, man kann die oder den Amazon-Mitarbeiter(in) sehen, wenn man mit ihr oder ihm spricht. Umgekehrt aus Rücksicht auf den Kunden (noch?) nicht. "Mayday!!" möchte man da am liebsten unsere deutschen Medienmacher anbrüllen, die weiter auf "Experten-Panels" aus der Provinz heraus die globale digitale Welt regulieren wollen. Man kann sich deren erstaunte Blicke vorstellen: "Kundenservice per Videochat für irgendein Tablet- was hat das mit uns zu tun?"

Tja, auf den ersten Blick gar nichts. Vor allem dann, wenn der Blick nur bis zu den Grenzen der ausgedruckten Internet-Papiere auf dem eigenen Schreibtisch reicht. Können eigentlich aus genetischen Gründen nur US-Amerikaner simple Bits und Bytes "zusammendenken"?

Richtig, das "Kindle Fire HDX" mit dem "Mayday-Chat" ist ein Amazon-Tablet. In der schönen neuen digitalen Welt aber ist es ein "Screen". Einer von vielen "Screens" unterschiedlicher Größen, die wir immer noch in "Smartphone", "Computer", "Tablet" oder "Fernseher" unterteilen wollen. Warum dieses Silodenken? Überall gehen hinten Daten und Strom rein. Vorn ist es bunt und interaktiv. Die Unterschiede schwinden. Die Größe des Screens macht ihn für bestimmte Einsatzzwecke mehr oder weniger geeignet. Das ist alles.

Der "Mayday"-Chat von Amazon wird bald auch ein "Fire-TV"-Chat sein. Der Amazon-Fernseher wird ihn mit interessantem Programm (siehe oben) und der gigantischen bunten Warenwelt des Online-Versandhauses verschmelzen. Die Fußgängerzone mit ihren Läden, der freundliche Verkäufer, die Werbung und spannendes Fernsehprogramm wachsen so zu einem digitalen Universum unter einem Amazon-Dach zusammen, das im Wohnzimmer aus dem Fernseher herausguckt. Für Kaufhof, H&M, C&A oder Vox und RTL-Manager: Dort könnte eines nicht allzu fernen Tages ein Guido Maria Kretschmer herausschauen und eure Kundinnen beraten, was sie anziehen und kaufen sollen. Und völlig egal, ob Sender, Werbung oder Händler- es ist immer Amazon. Und es könnte trotzdem genau der Weg sein, auf dem Kunden in Zukunft einkaufen wollen.

Was fehlt noch? Ach so, das wichtigste, das Geld, liegt zum Glück noch auf der Bank. Noch. Im "Beta-Status" gibt es seit einigen Tagen eine "Amazon-Wallet"- App. Auch erst nur in den USA, wie "Mayday". Ist wohl auch noch nicht ganz fertig. Aber auf "Fire"-Geräten wird sie wohl bald vorinstalliert sein...

Mayday!! Aufwachen!!

Kommentare

Aktuell meist gelesen: