Endlich- der Sarah Palin Channel. Hausfrauen- Fernsehen mit Weltpolitik.

Screenshot: sarahpalinchannel.com
Na dann. "Seien Sie dabei, wenn wir die großen Fragen der Zeit diskutieren und an Lösungen dafür arbeiten." Multimedial, von und mit Sarah Palin. Live aus der standesgemäß mit US-Fahne a'la "Oval Office" und mit Jagdtrophäe ausgestatteten Wohnküche. Was ist das da vor der Fahne? Ein Zwerg-Elch? Egal. Auch egal, ob man das in diplomatischen Kreisen schon als "Bedrohungsszenario" empfinden könnte.

Noch 906 Tage, 13 Stunden, 27 Minuten und 40 Sekunden ist Obama laut dem Zähler rechts unten US-Präsident. Die Ikone der "Tea-Party"-Bewegung hat selten Zweifel offen gelassen, wer denn aus ihrer Sicht der geeignete Nachfolger wäre. Beziehungsweise die geeignete Nachfolgerin. Auch oder vielleicht gerade deshalb, weil sie einst als Vizepräsidenten-Kandidatin zum Thema "Russland" nur die Erkenntnis beizutragen hatte, "dass man es an klaren Tagen von Alaska aus sehen kann". Hoffentlich müssen wir uns nicht auch noch an Mond-Nazis gewöhnen.

Laut "Variety" soll der Kanal 9,95 Dollar im Monat oder 99,95 Dollar im Jahr kosten. "Das ist kein Nachrichtenkanal für noch mehr Nachrichten. Das ist eine Community, in der wir zusammenkommen um die Fragen des Tages zu diskutieren und Lösungen zu teilen." Genau das macht die Sache interessant. "Gemeinsam werden wir die Originaltöne hören und den Filter der politisch korrekten Medien zerschneiden." Und zumindest mit dieser Auffassung liegt die ehemalige Gouverneurin von Alaska voll im Trend.

Sarah Palin weiß nicht viel über Russland- aber sie spricht die Sprache des konservativen, ländlichen und weißen Amerika und sie verlässt sich nicht auf die Medien. Sie kann ein Publikum für ihre Ideen begeistern und sie tut es. In der neuen Ära des digitalen Fernsehens auch auf dem direkten Weg und mit einem Rückkanal.

Langsam laufen sich in den USA die Bewerber für Obamas Nachfolge warm. Die Vorwahlen und dann auch die Präsidentenwahl werden ein Streaming TV - Ereignis in bisher unbekanntem Ausmaß werden. Egal, was man von Palins Ideen hält und egal, ob das gut ist oder nicht- die Zukunft der Wahlkampf-Berichterstattung wird auch in Deutschland keine Langeweile dulden.

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