Microsoft Skype Translator - das Tool fürs Weltfernsehen

Skype in Aktion. Foto: Microsoft
"Möchten Sie diese Seite übersetzen?" Mit dieser Frage meldet sich der Chrome-Browser von Google permanent bei mir, sobald er fremdsprachige (meistens englische) Worte auf der aufgerufenen Internetseite entdeckt. Für Fremdsprachen-Legastheniker wie mich ist das sehr nützlich. Besonders bei Texten mit technischem Inhalt fehlen oft einfach zu viele Vokabeln, um den Inhalt wirklich korrekt zu erfassen.

Sehr oft erzeugt die maschinelle Übersetzung dann aber noch mehr Verwirrung als der Originaltext. Menschliche Sprache zu verstehen, in Echtzeit zu übersetzen und in einer anderen Sprache wieder auszugeben- das ist eine ziemliche Herausforderung selbst für Hochleistungs-Rechentechnik. Die unregelmäßige und komplexe Syntax menschlicher Sprachen funktioniert nicht nach dem binären Alphabet und oft ergibt sich der Sinn eines Wortes erst aus dessen Beziehung zu anderen Wörtern im Text.

Langsam aber scheint es Fortschritte zu geben. So macht der Google Translator aus dem "Empire State Building" kein "Reichsstaatsgebäude" mehr und auch Microsoft arbeitet offensichtlich ernsthaft an diesem Thema. Noch vor Ende dieses Jahres soll das Videochat-Programm Skype Gespräche in Echtzeit übersetzen können. Der Clou dabei: Diese Übersetzung wird nicht als Text zum lesen geliefert werden.

Eine Beta-Version des "Skype Translators" für Windows 8 soll dann die Äußerungen eines Gesprächspartners für den Anderen "Near Real-Time" übersetzen und als Audio ausgeben können. "Near Real-Time" heißt, dass die Äußerung erst abgeschlossen sein muss, bevor sie übersetzt wird. Angesichts unterschiedlicher grammatikalischer Strukturen muss das System einen Satz erst komplett erfassen. Aber dann hört man, wie der Rechner den Satzinhalt in einer neuen Sprache spricht...

Wenn Captain Kirk mit seiner "Enterprise" in den "unendlichen Weiten der Galaxie" auf Klingonen trifft und mit ihnen reden will, kommt das Gespräch stets "auf den Schirm" und der Klingone redet dann zwar nicht immer akzent- aber ziemlich fehlerfreies Deutsch. Könnte sein, dass die Technik des Raumschiffs Enterprise eine fortgeschrittene Version den "Skype Translators" benutzt. Ob die Enterprise noch auf Windows läuft? Naja, lassen wir das.

Woran aber anscheinend noch niemand denkt: Diese Übersetzungstechnologie könnte das Fernsehen im Netz revolutionieren. Ganz einfach dadurch, dass es die Sprachbarrieren aufhebt. So könnte die Cloud durchaus eine indonesische Nachrichtensendung eine Minute zwischenpuffern, dabei die Moderation durch den Translator schicken und dann in einer anderen Sprache ausgeben. Oder den Sprecher einer argentinischen TV-Dokumentation. Zur Not auch Schauspieler in einem Film. Obwohl hier sicher noch einiges mehr notwendig ist, um ein Ergebnis zu erreichen, welches den Originalinhalt wenigstens annähernd weitervermitteln kann.

Auch YouTube arbeitet ja mit seinen Übersetzungstools an diesem Thema. An dem Tag, wo es tatsächlich überzeugend funktioniert, entsteht erstmals ein wirklich globaler Weltmarkt für Internet-TV mit einem wahrhaft gigantischen Angebot.

Auf die sich dann in Deutschland entwickelnden "Regulierungs"-Ideen bin ich fast noch gespannter als auf das Programm.

Hier gibt es den Skype-Translator in der Werbevorführung:

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