"Licensed to Blow" - und please, only licensed.

Screenshot: YouTube

Er hat ein spezielles Serum, die "Infinity-Formel". Das verlangsamt seinen Alterungsprozess. Vielleicht ist das ja der Grund. Nick Fury, Chef der Geheimdienstorganisation S.H.I.E.L.D., damit immerhin so etwas wie der Einsatzleiter von Captain America und im normalen Leben als Samuel L. Jackson bekannt, hat sich den Zorn einer ganzen Branche zugezogen.

Auf einer Pressekonferenz zum letzten "Captain America"- Film (in den USA "Captain America: The Winter Soldier", bei uns "The Return of the First Avenger") sollten die Darsteller die Frage beantworten, was denn die beste Leistung der Popkultur der letzten 50 Jahre gewesen sei. "RedTube" - so die kurze Antwort des Hollywood-Stars.

Das hätte er so vielleicht besser nicht gesagt. RedTube, da war doch was? Genau- das ist die Webseite, die bei uns gerade wegen dubioser Massenabmahnungen in aller Munde war wegen angeblich illegalem Porno-Streaming. Und der sich daraus ergebenden Frage, wie denn die abmahnende Regensburger Rechtsanwaltskanzlei an tausende IP-Adressen angebliche Nutzer gekommen sei.

RedTube ist ein Videoportal, das pornografische Inhalte anbietet. Kostenlos. Und damit wie viele andere auch einer Industrie den Boden unter den Füßen wegzieht, welche zwar kaum mit Besuchen fördermittelverteilender Politiker rechnen kann aber dennoch Arbeitsplätze bietet und Bruttosozialprodukt erwirtschaftet. Und die wohl auf Grund allgegenwärtiger kostenloser Verfügbarkeit ihrer Produkte an unzähligen mehr oder weniger schummrigen Ecken des Internets unter erheblichem Leidensdruck steht.

Deshalb ließ die Antwort auch nicht auf sich warten:
Catalina Cruz ist ein Star in dieser Branche und zumindest ihr Nachname ist auch ein wenig Plagiat.
Sie kann auf Filmkunstwerke mit dem schönen Titel "Licensed to Blow" verweisen. Hollywood, so die Darstellerin, würde ständig über Film-Piraterie und die damit verlorenen Umsätze klagen, gleichzeitig scheine es so, dass ein Star wie Jackson es "ganz offensichtlich für völlig in Ordnung hält, wenn arbeitende Sex-Darsteller um ihren Lohn betrogen werden".

"Superhelden klauen keine Pornos", so erschallt es jetzt aus der leidenden Branche und nun gibt es obendrauf ( neben Boykottaufrufen für Samuel L. Jackson Filme ) auch noch eine Kampagne: #PayForYourPorn .

Im Prinzip ist es ja ein ähnliches Problem wie bei anderen Medien auch. Was sagen eigentlich Leistungsschutzrecht und Gema dazu? Ähnlich wie bei den Fördermittteln wird die Branche wohl nicht mit breiter Unterstützung durch die Politik rechnen können.

Also, bleiben Sie von sich aus anständig. Schauen Sie statt dessen "The Return of the First Avenger".

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