TV-Markt USA: Netflix und Hulu produzieren tatsächlich "Cord-Cutter"

Vermutet wurde es ja schon immer. So langsam aber gibt es auch mehr und mehr Daten und Studien, die es belegen: Streaming Video on Demand, SVOD, bringt tatsächlich eine ernstzunehmende Konkurrenz für das traditionelle TV-Geschäft auf den Markt.

In den USA zum Beispiel haben die Kabelnetzbetreiber die Macht im TV-Geschäft. Während in Deutschland, zumindest bisher, der TV-Kabelanbieter quasi nur der Postbote ist der den Sender ins Haus bringt, bieten US-Kabelkonzerne für monatliche Gebühren den Zugang zu Fernsehprogrammen, die sie zu großen Teilen selbst produzieren bzw. einkaufen und wehren sich gegen alle Angriffe auf diese Schlüsselposition.

Bewegtbilder in großer Auswahl ganz einfach on Demand über den Internetanschluss- das könnte diesen meist recht teuren Service entbehrlich machen. Es gibt sogar einen Begriff dafür: US-Haushalte, die auf den Kabelanschluss verzichten, nennt man dort "Cord-Cutter". Egal, ob das Kabel nun aus finanziellen Gründen zerschnitten oder das Angebot für den Kunden schlicht entbehrlich wurde.

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In einer aktuellen Studie von Experian finden sich dazu interessante Zahlen. 2012 hatten in den USA danach 25% der TV-Geräte Internetanschluss, 2013 30% und 2014 sollen es 34% sein. Der Anteil der "Cord-Cutter stieg von 4,5% im Jahr 2010 auf 6,5% im Jahr 2013.

Wer auf ein SVOD-Angebot zugreifen kann, dem fällt der Abschied deutlich leichter: 12,7% aller Haushalte mit Netflix- oder Hulu-Account hielten 2010 Kabel-TV für verzichtbar, 2013 schon 18,1%.

Das reicht nicht aus, um wieder einmal das Ende des Kabelfernsehens anzukündigen. Für die großen US-Kabelkonzerne ist es jedoch Grund genug, sich Sorgen um ihr Geschäft zu machen. Zuerst wurden geplante Internet-Angebote wie Google-TV oder Apple-TV ausgebremst, ganz einfach unter dem Motto "mein Programm bekommst Du nicht." Bei Anbietern wie Netflix, die auf eigene Programme setzen, funktioniert das aber so nicht. Da die US-Kabelkonzerne große Teile des Landes auch mit Internet-Anschlüssen versorgen, ergeben sich aber weitere Möglichkeiten. Zumindest dann, wenn man die eigentlich geltende Vorgabe der Netzneutralität irgendwie wegerklären kann.

In Deutschland hat man ja jetzt "Angst vor Google". Warum der Konzern auch in Vorbilder für zeitgemäßen Internetanschluss investiert, versteht man jetzt vielleicht besser.


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