Embedded Google-TV: Philips bringt erste Android-Fernseher in die Läden

Foto: Philips
Zur Consumer Electronics Show CES im Januar in Las Vegas waren neue Betriebssyteme für Smart-TV ein wichtiges Thema . Neben LG, die mit webOS eine einst als mobiles Betriebssystem von Palm entwickelte Lösung vorstellten, gab es auch erstmals in größerem Umfang smarte TV-Geräte mit Android-Betriebssystem zu sehen.

Wohl nicht zuletzt Googles Idee, mit dem Chromecast für kleines Geld quasi eine Umgehungsstraße für wenig oder kaum benutzerfreundliche Smart-TV-Bedienungsoberflächen bereitzustellen, hat für neues Tempo in der Entwicklung gesorgt. Die TV-Gerätehersteller, ohnehin durch Kaufzurückhaltung und Preisverfall in keiner beneidenswerten Situation, sehen sich plötzlich in Gefahr zum reinen Bildschirmlieferanten degradiert zu werden, der wie beim klassischen Desktop-PC nur noch Monitor und Lautsprecher zum eigentlichen Gerät liefert.

Für Google-TV, eigentlich schon am hinhaltenden Widerstand der Inhalte-Anbieter gescheitert , entsteht so eine völlig neue Perspektive- auch wenn es jetzt Android, YouTube oder PlayStore heißt.

Insbesondere für die chinesischen Hersteller, die ihre Geräte noch mehr als die Koreaner oder Japaner über den Preis verkaufen müssen, ist das kostenlose Android von Google von großer Anziehungskraft. Eigenentwicklungen kosten Geld, viel Geld, und die Hoffnung vieler Hersteller, durch bevorzugten und dafür "mautpflichtigen" Zugang zu ihren eigenen App-Stores zusätzlich hohe Einnahmen generieren zu können, ist bisher nicht in gewünschtem Umfang in Erfüllung gegangen.

Der Weg für Google auf die großen Bildschirme im Wohnzimmer scheint damit frei zu werden und die ersten Geräte kommen jetzt auch deutsche Läden. Zum Beispiel von Philips. Oder genauer: Vom chinesischen Hersteller TP Vision unter der Marke Philips, denn die eigene Produktion von TV-Geräten hat die "Koninklijke Philips N.V." ja erst kürzlich aufgegeben.

"TP Vision präsentiert die ersten TVs mit Android für ein superschnelles und flüssiges TV-Erlebnis" lesen wir da, unter anderem wird ein "mehr an Premium Video- und Spiele-Apps durch den Zugang zu Google Play und Philips Smart TV" versprochen.

Für Android und Google-Skeptiker ist also beides drin. Oder vielleicht sind auch nur manche Verträge noch nicht ausgelaufen. "Die Philips 8000er Modelle sind die ersten Android-basierten TVs, die nach Europa kommen. Sie bieten Zugang zu den beliebten Google-Diensten und Funktionen, wie Google Chrome Browser, YouTube, Google Movies, Google Music und Google Search. Philips TV's powered by Android bieten ein smarteres TV-Erlebnis, indem sie das Angebot von Google Play mit seiner Vielzahl von Apps und Philips Smart TV mit Video-on-Demand wie Maxdome oder Watchever, Musikstreaming über Spotify und Cloud TV mit hunderten von Online TV-Kanälen kombinieren. Cloud Explorer, der Dropbox unterstützt, zeigt die Inhalte der persönlichen Cloud auf dem großen Bildschirm der Android TV's."

Damit das Ganze wirklich Spaß machen kann, braucht es auch wesentlich leistungsstärkere Prozessoren: "Das reaktionsschnelle Android Betriebssystem und das Quad-Core (8100, 8200) oder sogar Hex-Core Processing machen das neue Erlebnis für Gaming, Video oder Demand-Dienste auf Philips TVs erst möglich."

Für die ganz scharfen gibt es auch schon 4K UHD-TV - Modelle.

Wenn Android seinen Siegeszug auf die Smartphones in aller Welt bei den Fernsehgeräten wiederholen kann, wird Google zu einem globalen Infrastruktur-Anbieter in bisher unvorstellbarer Dimension.


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