Chromecast entert deutsche Fernsehgeräte

Foto: Watchever
"Was kommt denn heute?" "Nur Mist." Trotz aller tollen technischen Errungenschaften dürfte dieser Dialog in vielen deutschen Fernseh-Haushalten auch im März 2014 quotentechnisch an vielen Abenden noch immer ziemlich weit vorn liegen. Es folgt dann meist ein wildes Zappen bis hin zu den exotischen Programmplätzen. Fernsehen ist heutzutage ja digital und da gibt es ausreichend Sender. Nur sehr wenig interessantes Programm.

Irgendwann kommt jemand (meist der technisch interessierte Mann) auf die SmartTV - Idee. Zumindest in Sachen Hardware sind viele Haushalte ja auf der Höhe der Zeit. Dann kommt von jemand anderem (meist die technisch schwerer zu faszinierende Frau) nur ein genervtes "och nee". Denn vom SmartTV wird erst einmal auch kein spannendes Programm erwartet, sondern lähmendes Laden frickeliger Menüs mit vielen kleinen Bildchen, zwischen denen man in der Regel auch nichts gescheites findet.

Also bleibt "Smart" beim TV aus und man guckt irgendwas zum schnell einschlafen.

Seit heute, lang genug hat's gedauert, gibt es Chromecast in Deutschland. Und das könnte diese Szenerie in etlichen Haushalten verändern. Über das heimische WLAN-Netzwerk wird dank Chromecast jeder Fernseher mit HDMI-Anschluss zu einem wirklichen Smart TV, mit Smartphone, Tablet oder Laptop als komfortabler Fernbedienung. Beim "fernbedienen" senden dabei Tablet oder Smartphone quasi nur einen Befehl wie "spiel dieses YouTube-Video" an den Chromecast und der Fernseher zeigt das Gewünschte. Tablet oder Smartphone können anderweitig weiter genutzt oder Akku-schonend schlafen geschickt werden- das Video läuft weiter.

Einen HDMI-Eingang haben fast alle Geräte, die heute in Betrieb sind. Viele verfügen auch über den für den Chromecast praktischen USB-Anschluß zur Stromversorgung des Sticks.

Zwar sind solche Streaming Sticks im Prinzip nichts Neues. Aber Chromecast kommt von Google und Google hat das Software-Development-Kit zur Entwicklung für alle freigegeben- jeder kann seine Android-, iOS oder Chrome-Web-App mit dem Dongle verbinden. So können Streaming-Anbieter ihre Videos genauso einfach auf den Fernseher bringen, wie YouTube oder Watchever. Watchever ist wieder einmal bei den ersten Anbietern in Deutschland- über die Chromecast-App des SVOD-Dienstes sind Serien wie "Breaking Bad" oder "The Walking Dead" von Anfang an an Bord.

Da im Inneren des Chromecast-Dongles eine Version des Chrome-Browsers läuft, sind auch Anwendungen denkbar, die sich nicht auf Streaming beschränken, wie beispielsweise Spiele. Auch ohne öffentlich-rechtliche Entwickler kann man die Mediatheken von ARD, ZDF, Arte oder 3Sat schon komfortabel nutzen.

In den nächsten Wochen und Monaten wird es sicher noch einen steten Zustrom interessanter Apps geben, so ist zum Beispiel Maxdome bereits angekündigt. Und Chromecast wird wohl auch nicht allein bleiben. So gibt es Gerüchte, dass die von vielen erwartete Amazon-Settop-Box ein Dongle sein wird. Kindle Fire HDX zusammen mit einem "Amazoncast" und Amazon Prime wäre auch eine verdammt starke Kombination. Netz-TV wird berichten.



Kommentare

  1. Das aber 3/4 aller beschriebenen Features nicht oder nur rucklig gehen und das Videos max mit 720p besser 480p gestreamt werden sollen schreiben Sie nicht! Das Ding ist der totale Schrott. Lieber Miracast bzw. Intel WIDI Netgear oder Actiontec Adapter für 20 Euro mehr und alles sogar Spiele laufen!

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    1. Stimmt- zum Teil. :-) Chromcast streamt auch HD, mit der Mediathek Cast App sogar die öffentlich rechtlichen Mediatheken. Ruckeln tut er für ein 30 Euro-Teil sehr wenig- vorausgesetzt, Internet und WLAN ruckeln nicht und er wird (das ist der Pferdefuß im Kleingedruckten) so eingesetzt wie Google das vorgesehen hat. Also für das unkomplizierte Schieben von Youtube-Videos oder Google Play Filmen von Second auf den großen Screen. Und dann kommt sein großer Vorteil zum Beispiel gegenüber Miracast zum Vorschein: Einmal das Video angeschubst, wird der "Second Screen" nicht mehr gebraucht, leert keine Akkus und kann selbst kein Ruckeln verursachen. Das geniale am Chromecast ist das Konzept: Weniger können als Andere (meist Sachen die eh keiner braucht) aber das besser und einfacher.

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