Sky Home: Wer sucht, wird auch finden. Aber was und wen?

Kennen Sie eigentlich alle Fernsehsender, die ihr TV-Gerät so empfängt? Okay, einen Sendersuchlauf macht jeder, wenn er sich was Größeres, Schärferes, Smarteres fürs Wohnzimmer zulegt. In der Regel werden dann die in der Regel geguckten Kanäle- und die Sender "mit HD", mehr oder weniger mühsam, meist mehr, nach vorn "geordnet". Das war es dann aber auch.

Klar, man weiß jetzt von vielleicht interessanten, oft aber eher kuriosen Kanälen jenseits der ersten 30 Plätze. Im Regelbetrieb kommt man aber so gut wie niemals dahin. Und sollten Sie doch alle ihre Kanäle kennen: Kennen Sie auch deren Programm? Heute zum Beispiel? Ich denke: Nein. Das wäre aber die Voraussetzung, um tatsächlich das zu schauen, was Sie schauen würden, wenn Sie nur wüssten wo, wann und dass es läuft. Die Flut der Programminformationen ist bei Hunderten von Kanälen unüberschaubar, Programmzeitschriften sind irgendwie so 90er, EPG nerven meist nur und wirklich gute Angebote im Netz gibt es kaum. Aus der Programmwahl ist eine Programmsuche geworden. Suchen kostet Zeit. Mediatheken, Filme on demand und Streaming-Services gibt es ja auch noch. Sie brauchen Hilfe. Sie brauchen eine Suchmaschine- jemanden, der ihnen die Suche abnimmt.

Als im Internet die Zahl der Webseiten für den Yahoo-Katalog zu groß wurde, kam erst Altavista und dann Google. Von Google haben wir gelernt: Wer beim Suchen hilft, ist mächtig. Er hat in der Hand, wer leicht gefunden wird und wer nicht.

Da Google in Sachen Fernsehen selbst noch auf der Suche nach dem Weg auf die Bildschirme ist, gibt es jede Menge andere Bewerber, die gern bei der Suche helfen würden. Denn, wer beim Suchen hilft... sie wissen schon. Oder wie es Brian Sullivan, CEO von Sky Deutschland medienpolitisch korrekt formuliert: "Wir möchten, dass unsere Kunden weniger Zeit mit der Suche verbringen und so mehr Zeit für besseres Fernsehen haben."
Foto: Sky

Denn Sky-Kunden, die Sky über einen Sky-Receiver empfangen, kommen jetzt in den Genuss von "Sky Home". Das ist erst einmal ein, so Sky, "interaktiver und personalisierbarer Startbildschirm, der automatisch beim Einschalten des Sky Receivers erscheint". Der Start in den Fernsehabend erfolgt also nicht mehr mit "das Erste" (dem Programm ganz vorn) oder "das Letzte" (dem Programm beim Ausschalten). Nein, der Startbildschirm zeigt statt dessen auf einen Blick "die besten Programme des Tages und der Woche aller linearer Sky Sender und der On Demand Services Sky Anytime und Sky Select, die auf dem HD-Receiver Sky+ verfügbar sind. Programme können über Sky Home wahlweise vorgemerkt, aufgezeichnet oder direkt gestartet werden. Durch die Kombination aus redaktionellen Empfehlungen und der individuell anpassbaren Senderliste in der Kategorie „Meine Lieblingssender“ finden Sky Kunden noch schneller, was für sie relevant und interessant ist."

Beim SmartTV hat es nicht funktioniert. Der Versuch der TV-Hersteller, mit mehr oder weniger gut nahezu unbedienbaren Benutzeroberflächen den Zuschauer in eigenen, eingezäunten Programmangeboten zu halten um Zusatzeinnahmen zu erzielen, war wenig erfolgreich.

Der Versuch von Sky ist aussichtsreicher. Denn wer sich zu den normalen Fernsehgebühren ein zusätzliches Sky-Abonnement leistet, will natürlich keinen der eingekauften Premium-Inhalte verpassen. Und wird dann vielleicht keine Zeit auf der Suche nach etwas anderem verschwenden.

Gefunden werden- dass könnte bald zur Überlebensfrage auch für die Programme werden, die sich dass derzeit noch gar nicht vorstellen können.

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