Update YouTube: "Wie ist die Lage?" Mediakraft- Clixoom goes Galileo

Christoph Krachten alias "Clixoom" im "Google Adventskalender Hangout" Screenshot: Youtube
Er ist schon 50 und damit gut doppelt so alt wie die anderen deutschen YouTube-Stars. Und ein YouTube-Star ist er, quasi Google-amtlich bestätigt, denn nur YouTube-"Stars" wurden jetzt zum "Adventskalender" geladen, zum öffentlichen Date mit Fans per Google-Hangout in der Vorweihnachtszeit.

"Clixoom", mit bürgerlichem Namen Christoph Krachten, Markenzeichen kariertes Hemd und die Eingangsfrage "Wie ist die Lage?" verzeichnet aktuell auf Youtube 232.000 Abonnenten und 93 Millionen Video-Aufrufe. 2009 startete er dort seine Talkshow Clixoom- als der deutsche Youtube-Partnerkanal mit dem abrufstärksten Start überhaupt. Mittlerweile sind einige andere Kanäle beliebter. Das muss ihn aber nicht sorgen. Als "President" von Mediakraft Networks hat er über seine Firma noch einige Abrufe mehr aufzuweisen. Mediakraft bezeichnet sich selbst als "größte Online-TV-Sendergruppe Mitteleuropas".

Mediakraft ist ein sogenanntes Youtube-Netzwerk. In Deutschland das Youtube-Netzwerk. Partnerkanäle werden in einem solchen Netzwerk gebündelt an Werbekunden vermarktet, nutzen ihre Reichweite zur Promotion der anderen Netzwerk-Partner und werden durch die "Zentrale" bei Bedarf mit Marketing und Technik unterstützt.

Nicht allen Youtubern gefällt das. Nicht selten werden Mediakraft-Kanäle "gehated" (so heißt das Modewort), aber das Prinzip, so zeigt sich auch in den USA, ist erfolgreich. Sehr erfolgreich. Denn die Netzwerke können die junge Zielgruppe in großer Zahl anbieten, die Zielgruppe nach der die Werbeagenturen unentwegt suchen. Dabei hat das "Onlinefernsehen" für die Werber noch einen weiteren großen Vorteil: Es unterliegt nicht den gleichen Regulierungen wie klassisches Fernsehen.

Zwar würden die Medienregulierer gern "Sendelizenzen" für Live-Streaming im Internet erteilen- andere wichtige Fragen wie zum Beispiel das Thema Productplacement, unfeiner auch Schleichwerbung genannt, sind im Bereich Online-Video weitgehend ungeklärt. Eine Regulierungs-Marktlücke sozusagen. In der dann Anbieter die vorn sind, wie Mediakraft, gutes Geld verdienen können. Geld, dass zu den in den Netzwerken durch professionellere Vermarktung mit Sicherheit ohnehin schon höheren Erträgen aus Spots noch obendrauf kommt.

Mediakraft hat dafür die hauseigene Vermarktungsagentur "Produktkraft", welche den Werbetreibenden ein "attraktives Umfeld mit höchster Relevanz" anbietet. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

"Für Coca-Cola haben die Jungs von Y-Titty sogar eine eigene Maschine gebaut: Zusammen mit dem Team hinter der Kamera entstand in präziser Detailarbeit eine komplizierte Installation. Im Video, in dem durch eine Kettenreaktion eine Cola zu den Jungs transportiert wird, zeigen sich die vielen kreativen Ideen, die Y-Titty zusammen mit der Community für Coca-Cola und dieses Projekt entwickelt hat." Quelle

Mit Videos wie "7 peinliche Dinge, die man lieber zu Hause macht" erreicht der Mediakraft-Kanal Y-Titty derzeit schon mal mehr als 1 Million Abrufe- in der ersten Woche. Insgesamt hat Y-Titty gut 2,5 Millionen Abonnenten und wird dieser Tage die Marke von 500.000.000, ja wirklich, 500 Millionen Videoabrufen knacken.

Clixoom will jetzt mit Prominenten-Interviews aufhören und Videos zum Thema Wissenschaft machen. Im "Altfernsehen" heißt so etwas "Galileo" oder "Welt der Wunder" und hat manchmal Sorgen mit der Quote. Im englischsprachigen Raum soll es bei Youtube auch Erfolgsbeispiele geben. In der klassischen Welt des Marketings gilt es als schwerer Fehler, unter einer gut eingeführten Marke plötzlich etwas völlig anderes anzubieten. Auch auf dem Markt der bewegten Bilder werden bekannte Marken immer wertvoller.

Ob der neue Clixoom-Kanal ein Erfolg wird oder nicht- finanzielle Zukunftssorgen, so glaube ich, muss sich Christoph Krachten wohl nicht machen.

Hier der Google-Adventskalender-Hangout mit Clixoom- wer ihn in voller Länge anschaut, wird viel über die neue interaktive Videowelt lernen:

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