Das Fernsehen in der Krise? Die Hersteller sind es schon...

Noch zu optimistisch: Prognose aus dem 1. Halbjahr
Gestern habe ich ein Wunder gesehen. Im Saturn-Markt steht so ein krummer Riesenfernseher - nein, nicht der von LG, sondern der von Samsung, aber auch UHDTV, Oled und so 1,50 Meter breit. "Curved Oled TV" heißt das in der Sprache des Weltmarktes. Zur Förderung der Saturn-Umsätze liefen auf diesem Gerät UHDTV-Bilder mit tollen Aufnahmen aus den Bergen und vom Meer. Man kann (und sollte) da ruhig näher rangehen als bei der bisherigen "Flimmer"-Kiste. Uiii. Wau. Irre. Wellen rauschten vom Meer aus gegen Steilküsten, Gischt spritzte, und es stimmt wirklich: So hab ich das noch nie gesehen. Es gibt jetzt Fernseher, die bieten mehr Kontrast, lebendigere Farben und bessere Bilder als das reale Leben da draußen.

Ich war der einzige, der dieses Wunder-Gerät länger und genauer betrachtete.

Es ist Vorweihnachtszeit, in der Stadt sind kaum Parkplätze zu haben. Ja, der Super-Fernseher kostet so um die schlappe 5000 Euro. Aber trotzdem: Ich kann mir nicht erklären, warum: Die Leute wollen anscheinend keine Fernseher mehr kaufen. Ob es am Programm liegt? Lesen alle Netz-TV und wissen, dass es so bald keine UHDTV-Programme zu empfangen gibt? Kürzlich war ich auch in der Küchen-Abteilung im Möbelhaus. Die hatten gut zu tun. Geld ist offenkundig vorhanden.

Die gfu, die "Gesellschaft für Unterhaltuns- und Kommunikationselektronik", hat heute ihren "Consumer Electronics Markt Index" für das dritte Quartal 2013 herausgegeben. Für den Zeitraum Januar bis September 2013 verzeichnet die Consumer Electronics-Branche in Deutschland einem Umsatzrückgang um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das ist aber nur ein Teil der für die Hersteller von TV-Geräten besonders bitteren Wahrheit. "Im Produktsegment der privat genutzten Telekommunikation wurden mit 15,5 Millionen Stück (+ 23,9 %) erneut mehr Smartphones verkauft als im Vorjahreszeitraum. Der entsprechende Umsatz betrug 5,6 Milliarden Euro (+ 23,4 %). In der Kategorie der privat genutzten IT-Produkte zeigten hauptsächlich die Tablet-PCs mit 3,5 Millionen verkauften Stück (+ 88,5 %) und einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro (+ 42,9 %) ein Wachstum", so die gfu.

Mit TV-Geräten wurde dagegen in den ersten drei Quartalen 2013 3,3 Milliarden Euro und damit 23 Prozent weniger Umsatz erzielt als in den ersten neun Monaten 2012. Der Rückgang bei den Stückzahlen beträgt 21,6 Prozent auf 5,3 Millionen Stück.

Zwar hofft man noch auf das Weihnachts-Quartal, aber die Hoffnung stirbt in der Regel zuletzt. Es ist wohl nicht zu viel Spekulation anzunehmen, dass der jetzt schon gnadenlose Preis- und Innovationskampf im kommenden Jahr weiter an Schärfe zunehmen und der Wettbewerb weitere Opfer forden wird.



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