TV und Medientage- zweimal Welt der Wunder in München

Der "Wunder"- Sender ist da: Seit heute gibt es "Welt der Wunder TV" als eigenen Free TV- Kanal auf Astra.
"Sukzessive" soll er auch in die Kabelnetze in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingespeist werden.

24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche gibt es dann Dokumentationen, Reportagen, Magazine und Beiträge unter der ja schon lange auf anderen privaten TV-Sendern gut eingeführten Marke.

Für das kommende Jahr seien viele neue Formate in Vorbereitung.

„Für Welt der Wunder geht jetzt ein Traum in Erfüllung. Endlich können wir konsequent daran arbeiten, unseren Zuschauern Wissen zu vermitteln und ihnen das Rüstzeug geben, um an den unglaublich spannenden Entwicklungen unserer Zeit aktiv teilzunehmen“, so Hendrik Hey, Produzent und Programmdirektor von Welt der Wunder TV.
„Wir haben immer versucht zu zeigen, dass anspruchsvolle Information und Unterhaltung kein Widerspruch sind. Wissen ist wahnsinnig aufregend und im TV bei all denen erfolgreich, die sich orientieren wollen, die einen klaren Blick auf die Welt haben, nach neuen Ideen suchen oder einfach nur wissen wollen, was sich alles um uns herum verändert. Genau für diese Menschen machen wir Fernsehen!"

Der neue Sender aus dem sich immer mehr zur deutschen Fernseh-Hauptstadt entwickelnden München (ProSiebenSat1, Sky, KabelDeutschland usw. usf.) startet zu einem sehr passenden Termin.

Noch-Marktführer RTL, zunehmend mit Quotenproblemen kämpfend, hat einen eigenen Dokumentationskanal unter dem "GEO"-Label angekündigt-  für nächstes Jahr. Gut, wenn man dann mit dem eigenen Produkt schon etabliert ist.

Und: Heute sind auch die Münchener Medientage gestartet. Im Medienbereich eigentlich die richtige Veranstaltung für alle "die sich orientieren wollen, die einen klaren Blick auf die Welt haben, nach neuen Ideen suchen oder einfach nur wissen wollen, was sich alles um uns herum verändert." Die sollten jetzt also in Mengen in der Stadt sein. Ob sie fündig werden?

Eröffnet werden die Medientage traditionell mit einem "Gipfel", einer "Elefantenrunde", auf der die wichtigsten Trends im Mediengeschäft zumindest angesprochen werden sollen. Man hört ja so allerorten von Veränderungen. Beispiele gefällig? "Die Medienlandschaft ist total in Ordnung", so Verleger Dirk Ippen. Seinen Zeitungen gehe es gut.

Ooo..kay.

ZDF-Intendant Thomas Bellut: "Unser Urgeschäft hat sich nicht verändert."

Ahh-ja.

Und so weiter und so fort. Nun ist es klar, dass Verantwortliche auf solchen Panels möglichst nichts erzählen wollen, was Markt- oder Verhandlungspositionen, Aktienkurse oder gar den eigenen Job in Gefahr bringen könnte. Wenn man allerdings gar nichts mehr erzählt, was ohnehin nicht jeder seit Jahren weiß, stellt sich die Frage nach dem Sinn solcher Veranstaltungen.

Zumindest Sky - Chef Brian Sullivan sagte laut DWDL doch noch etwas wegweisendes:
Zum Dauerthema Medienregulierung (Landesmedienanstalten sind ja auch ein dankbares Netz-TV-Thema) gab Sullivan zu bedenken, dass es völlig absurd sei, Medien national regulieren zu wollen- wenn der Wettbewerb längst international ist und so Firmen in Ländern wie den USA im Vorteil seien, weil sie erst einmal machen dürften und nicht gleich gebremst würden.

"Endlich was Interessantes"- so lautet der Werbeclaim des neuen "Welt der Wunder TV". Eine Welt zum Wundern sind Medientage wohl immer- für "Welt der Wunder TV" bleibt zu hoffen, dass sie den Claim mit mehr Leben erfüllen können als die Medientage- die man hier noch etwas weiter verfolgen kann. Vielleicht erfährt man endlich was Interessantes.


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