Globalisierung am Fernsehmarkt: Gekommen, um zu bleiben- Sky

Foto: Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG
Eine der weitgehend unbeachteten Kurzmeldungen dieser Tage: Der Sky-Mutterkonzern, Rupert Murdochs 21th Century Fox, kauft nach den deutschen Bundesliga-Fernsehrechten jetzt ab 2015 auch die internationalen Bundesliga-Übertragungsrechte für rund 80 Länder in Asien, Amerika und Europa. Nicht weiter wichtig fürs deutsche Fernsehland, möchte man meinen.

Aber für die Deutsche Fußball Liga DFL ist dies schon von Bedeutung- ein weiterer Schritt vorwärts, um den Einnahme-Abstand der Bundesliga zu anderen großen Fußball-Ligen wie England oder Spanien zu verkürzen. Um die Konkurrenzfähigkeit am Transfermarkt im Kampf um die besten Spieler zu stärken. Und natürlich auch, um die Attraktivität für die Werbewirtschaft zu erhöhen- je mehr zuschauen, international, je teurer werden die Namenszüge auf Trikots oder die Einblendungen auf Werbebanden. Im Prinzip ist Rupert Murdoch jetzt der Vermarkter der Bundesliga außerhalb Deutschlands.

Die Fußball-Bundesliga ist mehr als Tore schießen. Es geht um TV-Content, der übers Jahr verlässlich und kontinuierlich starke Zuschauer-Quoten produziert. Alles was von Bedeutung für die Bundesliga ist, ist auch von Bedeutung für den deutschen Fernsehmarkt.

Die Umsätze im Pay-TV sollen in Deutschland 2013 um rund 12% steigen, so meldet es der VPRT. Da ist zwar noch dieser oder jener Kleinkram dabei- aber im wesentlichen bedeutet "Umsätze im Pay-TV" in Deutschland: Sky. Rupert Murdoch scheint zu gelingen, woran Leo Kirch und später Premiere scheiterten: Pay-TV in Deutschland so weit zu etablieren, dass es wächst und Gewinn abwirft.

Das wird die deutsche Fernsehlandschaft schrittweise fundamental verändern. Beim werbefinanzierten Privat-TV verteilen sich weitgehend stagnierende Umsätze auf immer mehr Sender. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen verfügt zwar nach der Umstellung auf die Haushaltsabgabe über eine stabilisierte Einnahmebasis- die Kosten des Apparates (zum Beispiel für großzügige Pensionen) steigen aber.

Wirklich mehr Geld fürs Programm wird einer in den nächsten Jahren haben: Sky. Und Murdoch wird es möglicherweise einsetzen. Die Globalisierung klopft damit an die Tür- an die Tür einer Branche, die bisher nur einen durch die modernisierungsbedürftigen Landesmedienanstalten regulierten Wettbewerb gewohnt ist. Einen Wettbewerb, in dem die öffentlich-rechtlichen statt durch attraktive Programme ihre Quoten oft durch den Ankauf von Sportrechten, Seifenopern und Volksmusik organisierten und die Privaten ihre Gewinne durch möglichst effektive Kostensenkung.

Sky wird erstmals in Deutschland im kommenden Jahr die Spiele der Fußball-WM nicht live übertragen. Soll heißen: Geld gibt es nur für exklusive Programme. Mit dem Sender Sky Sport News HD baut man gleichzeitig an einer Plattform, an der jedweder Profisport in Zukunft kaum noch vorbeikommen soll, und dieses global, mit allen dadurch möglichen Synergien- auf die rein deutsche Sender keine Zugriffsmöglichkeiten haben. Und sollte einmal wirklich Flaute im Sport sein, bleibt immer noch Hollywood.

Dies könnte zu einem Fernsehmarkt führen, auf dem die deutschen Veranstalter weitgehend auf massenattraktive Sportevents und Blockbuster-Filmpremieren verzichten müssen. Mit allen sich daraus für ihre Zuschauerzahlen ergebenen Folgen. Rangeleien um Kleinkram wie kürzlich mit Springers BILDplus um Bundesliga-Onlinevideos könnten da nur ein kleiner Vorgeschmack gewesen sein.

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