Kindle Fire HDX: Der Second Screen fürs Amazon-Fernsehen ist da

Eigentlich fehlt nur noch ein Dongle. So etwas wie Chromecast. Ein Amazoncast, der die störrische SmartTV-Glotze durch simples Einstecken unter die Regie des Second Screen zwingt. Aber vielleicht hat Amazon ja ein direkteres Konzept. Im Kleingedruckten , siehe da, ist für Samsung-TVs die Kopplung schon für nächsten Monat angekündigt. Und für Sonys Playstation 3, demnächst auch 4.

Amazons neues Kindle-Flaggschiff, Fire HDX genannt, ist da und Jeff Bezos freut sich sichtlich.

Foto: Amazon
Und das Gerät kann sich auch neben den Ipads und Nexussen dieser Welt sehen lassen. Quadcore Prozessor, na klar. Natürlich "thinner" und leichter denn je. Extrem hochauflösende Displays. Gute Akkulaufzeit. Und - one more thing, Spaß muss sein: Es hat einen "Mayday-Button". Drückt man da drauf, gibts Live-Video-Chat mit freundlichen Amazon-Helfern, rund um die Uhr. Die versuchen dann, das Problem gemeinsam mit dem Benutzer zu lösen.

Es ist gar nicht so lange her, dass Amazon-Chef Bezos in den Schlagzeilen war- schließlich hat er erst kürzlich die renommierte Washington Post gekauft. Eine Zeitung. Die noch auf richtigem Papier gedruckt wird. Obwohl er selbst gesagt hat, dass genau dies in 20 Jahren "nicht mehr normal" sein werde. Schon damals hatte ich starke Zweifel, dass Jeff Bezos plant, mit seiner Amazon-Plattform das zügig verschwindende Abo-Geschäft von Zeitungen zu reanimieren. Nein, auch Jeff Bezos glaubt an die Kraft des Screens. Und er glaubt, schließlich ist Amazon dadurch groß geworden, dass in Zukunft gute Geschichten auch noch gelesen werden.

Derweil wird das Bewegtbild-Angebot, insbesondere für Amazon "Prime"- Kunden, fleißig ausgebaut. Und die "Washington Post" betreibt WebTV richtig ernsthaft- ist fast schon ein eigener WebTV-Nachrichtensender, der vom Ruf der Post und dem dort vorhandenen journalistischen KnowHow stark profitiert. Eine schöne Ergänzung zu jeder Menge Hollywood in Film und Serie.

Immer mehr zeichnet sich so eine "Amazon-Welt" ab, die den früheren Fernsehzuschauer Stück um Stück an sich bindet. Genauso wie es die "Google-Welt" in Konkurrenz betreibt. Oder die "Apple-Welt". Oder demnächst vielleicht auch Microsoft und Intel. Ob in einer Zukunft, in der die TV-Zuschauer sich mehr und mehr in "Welten" verlieren, noch Platz für "Programme" ist? Das bleibt vorerst noch ungeklärt- genau wie der Termin der Ankunft des "Kindle Fire HDX" in Deutschland.

Denn natürlich steht die ganze Geschichte wie so vieles in diesem Bereich unter der Überschrift "Es war einmal in Amerika". Aber er wird kommen, liebe deutsche TV-Programm-Macher- so wie die anderen auch.




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