Größer, schärfer, bunter: Battlefield Glotze auf der IFA Berlin

Foto: LG
Das ist doch mal ein Fernseher. LG verkauft seit gestern seinen "Curved Oled TV" auch in Deutschland. Stolze 55 Zoll, 140cm, ist der Bildschirm groß- und er ist "curved"- gewölbt.

Zusammen mit der OLED (Organische Leuchtdioden) Display-Technik und ihrer Farbbrillianz ergibt sich eine völlig neue Dimension der Bildqualität. Auch Samsung hat die Ankunft seines Konkurrenzgerätes für den deutschen Markt angekündigt.

Kein Wunder, dass die Luft auf dem Markt für deutsche Edel-TV-Manufakturen wie die Kronacher Loewe AG dünn wird. Ohne eigene Display-Technologie geht da wohl nichts mehr.

Noch ist von "begrenzten Stückzahlen" für die OLED-TV die Rede. Beim empfohlenen Endverbraucherpreis von 8.999 € wird sich der Andrang auch noch in Grenzen halten- aber zumindest angucken kann sich jeder die TV-Zukunft schon einmal, zum Beispiel am LG-Stand auf der bevorstehenden Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin.

Womit wir beim eigentlichen Thema wären. Die IFA steht bevor. Und sie muss unbedingt ein Erfolg werden- die Branche ist in der schlimmsten Krise seit langem.

Überkapazitäten, Preisverfall und Kaufzurückhaltung machen den Herstellern zu schaffen. Das peitscht geradezu aber auch den technischen Fortschritt voran. Die Großen der Branche werfen Neuheit um Neuheit auf den Markt, UHDTV, immer größere Bildschirme, bessere Internetanbindung und eben OLED- nur um nicht auf dem Preisrutsch-Wühltisch unter den Massen normaler Flachbild-Glotzen zu landen, die oft nicht einmal mehr die Produktionskosten einbringen.

"Der deutliche Rückgang im Bereich der Unterhaltungselektronik ist durch das sehr starke erste Halbjahr 2012 bedingt. Sportliche Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft und Olympische Spiele sowie die Abschaltung der analogen Satellitenübertragung am 30. April 2012 gaben dem Geschäft mit Fernsehgeräten und Set-Top-Boxen 2012 deutliche Impulse. Diese fehlen im ersten Halbjahr 2013." Das meldet der CEMIX, der Consumer Electronics Markt Index, von BVT, GfK und gfu. "So wurden in den ersten zwei Quartalen 2013 mit TV-Geräten 2,3 Milliarden Euro und damit 26 Prozent weniger Umsatz erzielt als in den ersten sechs Monaten 2012. Der Rückgang bei den Stückzahlen beträgt 25 Prozent auf 3,7 Millionen Stück."

26 Prozent weniger Umsatz- da kommen auch andere Industrien ins Schlingern. Das 2012 Fußball-EM war ist richtig, hilft aber nicht weiter. Es gibt nur zwei Gründe um neue Fernseher zu kaufen. Entweder der Alte ist kaputt- oder es gibt Geräte, die die Kunden mit neuer Technologie so faszinieren, das er auf dem Speicher landet. In Zeiten, in denen Mindestlöhne ein Thema sind, sind die Kunden-Maßstäbe da sehr streng. Die IFA wird deshalb spannend. Im Chinesischen kommt in den Wörtern für Krise und Chance jeweils auch das Schriftzeichen "ji" vor. Das wiederum kann auch allein "Gelegenheit" bedeuten. Für die Konsumenten zumindest könnte das zutreffen. Wenn nicht: Heino und Unheilig werden singen. Ein Omen?

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