Warten auf Anschluss: Brancheninitiative will Verbrauchern „Smarter Fernsehen“ schmackhaft machen

Abb.: ZVEI e.V.

"Mr. Smart" soll es jetzt reparieren. Zwar kaufen die Konsumenten in Massen smarte TV-Geräte, die die schöne neue Welt des Fernsehens auf Abruf im Internet eigentlich verfügbar machen- aber sie schließen sie oft gar nicht ans Internet an.

Die Werbefigur, die eher an "Mad Men" und die früheren 60er Jahre erinnert als ans Zeitalter der "Matrix", auf das wir wohl zugehen, bekommt die schwierige Aufgabe die störrischen Konsumenten dazu zu bewegen all die Träume von gezielter Werbung, kostenpflichtigen Downloads und weltweiter Verbreitung bisher (vielleicht zu Recht? ) weitgehend unbekannter Fernsehsender endlich Realität werden zu lassen.

Jedenfalls gibt es jetzt die Brancheninitiative "Smarter Fernsehen". Branchenverbände wie der ZVEI -Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie oder der Bundesverband Technik des Einzelhandels haben sich mit Händlern wie medimax, expert oder telering sowie TV-Geräteherstellern von Samsung, Philips, LG bis Loewe zusammengeschlossen um jetzt zumindest in Deutschland den Durchbruch zu schaffen.
Foto: ZVEI e.V.
Wie immer, wenn der Konsument den Plänen der Industrie nicht folgt, folgt als nächstes die Erkenntnis: Er will es in Wirklichkeit ganz bestimmt. Er hat es nur nicht verstanden. Wir müssen es ihm erklären... Anders kann es gar nicht sein. Dann hätten wir ja.... Unmöglich.

Jedenfalls ist es das Ziel der Initiative "den Verbrauchern das interaktive Fernseherlebnis näher zu bringen". Dass diese internetfähigen Fernsehgeräte mit Funktionen wie Mediatheken, Facebook, Skype und Video-on-Demand einen Mehrwert bieten muss doch nur jemandem gesagt werden damit es genutzt wird - Ziel ist es, den "Verbraucher darüber zu informieren und zu begeistern". Dazu sollen "im Cartoonstil" die "realen Anwendungsmöglichkeiten" eines Smart TV dargestellt werden- alles natürlich "leicht verständlich". Jedenfalls kann man jetzt bei rund 7.000 Fachhändlern beteiligter Handelskooperationen das Ganze jetzt erst einmal vorgeführt und erklärt bekommen.

Im Prinzip erst einmal eine gute Sache. Ob es aber einen Rücklauf an die Gerätehersteller gibt, der sie vielleicht informiert, dass entspannt fernsehende Verbraucher wenig Lust auf oft verfrickelte Bedienungsoberflächen haben- oder ob es wenigstens Interessensbekundungen in Richtung der "Herrn der Leitungen" Telekom & Co. in Sachen Datenraten und Flatrates gibt, ist noch unbekannt.

Offizieller Start der Kampagne soll auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin sein- bis Jahresende sollen es dann wohl alle wissen.






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