Na toll: Medien erstmals korrupter als Verwaltung und Parlament?

Aua. Die Mehrheit der Deutschen hält die Medien erstmals für korrupter als die öffentliche Verwaltung. Und das will etwas heißen- denn der öffentlichen Verwaltung wird auf diesem Gebiet so einiges zugetraut.

Das kann man dem aktuellen globalen Korruptionsbarometer von Transparency International entnehmen. In Deutschland wurden dazu 1000 Bürgerinnen und Bürger online befragt- sicher kein Ergebnis das als richtige Wahl durchgehen kann aber durchaus repräsentativ.

Knapp vor den Medien konnten sich nur noch die Politischen Parteien sowie "die Privatwirtschaft" positionieren. Alarmierend ist vor allem dass das Vertrauen in die Medien stark schwindet.
Transparency International (TI) ist eine weltweit tätige NGO (Nichtregierungsorganisation). Seit 1993 ist TI von Berlin aus weltweit in Sachen Korruptionsbekämpfung engagiert. 
Nichtregierungsorganisationen schnitten interessanterweise bei der Befragung auch nur mittelmäßig ab.

Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland dazu: „Die kritische Berichterstattung durch die Medien spielt eine wichtige Rolle bei der Korruptionsbekämpfung. Es ist daher ein alarmierendes Zeichen, wenn das Vertrauen der Bevölkerung in die Medien zu sinken scheint. Wir brauchen eine Diskussion darüber, wie die Unabhängigkeit und Qualität der Medien langfristig gewährt werden kann.“

Zunehmende wirtschaftliche Probleme, vor allem bei den Printmedien, prekäre Arbeitsverhältnisse von Journalisten und Abhängigkeiten von Anzeigekunden könnten in der Praxis immer wieder zu Interessenkonflikten führen. Transparency Deutschland fordert daher, dass Strukturen und Prozesse der Verlage und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unter dem Gesichtspunkt der Korruptionsbekämpfung und der Transparenz zu überprüfen und zeitgemäßen Compliancemanagementsystemen (auf deutsch heißt das dafür zu sorgen dass Regeln eingehalten werden) anzupassen sind. Darüber hinaus soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk in einem jährlichen Bericht detailliert und öffentlich über die Verwendung der Gebühreneinnahmen Auskunft geben.

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