Das NichtÜberallFernsehen - Quo Vadis, DVB-T ?

Eigentlich sollte es eine Konkurrenz für die anderen Übertragungswege Satellit und Kabelfernsehen werden. Als es geplant wurde erschien es noch als völlig normal, ein Fernsehgerät mit dem Empfang von einem guten Dutzend Sender zu betreiben.

Dann kam HDTV. Das kann nur der Nachfolge-Standard DVB-T2 dessen Einführungstermin in den Sternen steht. Und irgendwie war der Empfang oft schwieriger, als von den Anbietern versprochen. Zwar gibt es wohl immer noch mehr Haushalte, die per DVB-T fernsehen, als per IPTV- so richtig Schwung kam aber in die Sache nie.

Dabei ist DVB-T der vom Preis her günstigste Empfangsweg für das TV-Programm. Zimmerantennen gibt es ab 10 Euro, eine aufwändige Installation wie bei einer Satellitenschüssel oder eine Monatsgebühr wie bei Kabelfernsehen und Internet-TV fällt nicht an.

Die mäßige Bildqualität und die geringe Senderauswahl sorgten allerdings dafür, dass die Mehrzahl der DVB-T Empfänger wohl Zweitgeräte im Garten oder Laptops mit Empfangsmodul sind. Der nicht geringe Aufwand für den Betrieb der Sender ist wohl nur durch öffentlich-rechtliche Sender zu finanzieren, die glauben, dadurch einen "Versorgungsauftrag" zu erfüllen.
Private Sender müssen betriebswirtschaftlich rechnen und sind deshalb, wie zuletzt RTL, immer wieder auf dem Absprung. Und auch die Mobilfunkanbieter schielen für den LTE-Ausbau auf die genutzten Frequenzen, so dass die Zukunft des Übertragungsweges oft in Frage gestellt wird.

Der Betreiber der Sende-Infrastruktur, Media-Broadcast, versucht mit neuen Ideen dagegen zu halten, um das sicher lukrative Geschäft zu retten. So betreibt er zum Beispiel die "Multithek" - hier kann man per Internet und HbbTV-fähigem Smart-TV den DVB-T-Empfang um Internetsender und -inhalte ergänzen.
Das derzeitige Programm-Angebot aus Sendern wie Anixe oder Bloomberg, Homeshopping und einigen öffentlich-rechtlichen Mediatheken wird aber wohl kaum zum Massenmedium werden.

Im Ausland dagegen gibt es dreistellige Millionenzahlen an Haushalten, die digital-terrestrisch Fernsehen empfangen.
Sehr große Wachstumszahlen verzeichnet China- der dort verwendete DMB-T-Standard, ein um audiovisuelle Inhalte angereichertes DAB-Radio, scheint dort sehr vielen Zuschauern auszureichen.
Das wird aber auch dort nicht ewig der Fall sein. Ganz China oder sogar den ganzen Globus mit Glasfasern bis ins jedes Haus zu verkabeln, was nach derzeitigem Stand der Technik eigentlich notwendig wäre, um die Möglichkeiten der neuen digitalen Streaming-Welt zu nutzen, ist schlicht kaum finanzierbar.

Die Welt wartet auf neue Technologien, welche den Transport von Daten durch die Luft ermöglichen- und das in ganz anderen Größenordnungen als bisher.
                                                                                                                                                            

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