Wem gehört die Werbekohle ?

Was waren das doch für schöne Zeiten. Ein Programmeinkäufer - oder auch mehrere - hatten eine schöne Dienstreise nach Kalifornien. Da die dortigen finanzkräftigen Verkäufer diverser Filme und Serien ein gewisses Interesse an guter Stimmung hatten war wohl im Regelfall für gute Hotels und Restaurants gesorgt. Dann wurde das eingekaufte Material schnipp-schnapp in handlichen Häppchen zwischen die deutschen Werbeblöcke verteilt. Für alle blieb genug vom großen Kuchen. Hach ja- vielleicht bald alles vorbei.

Dunkle Vorahnungen wehten ja schon hin und wieder durch diverse Fachinformationsdienste, auch gab es hie und da wissendes Raunen auf diversen Medientags-Podien.

Aber jetzt wird es wohl langsam ernst. Laut New York Times wird LG Connected TV-Geräte mit einer eigenen Werbeplattform ausrüsten und hat mit Toyota auch schon einen ersten Spot-Kunden. Wer auf dem LG-Gerät das Internet-Programm aufruft soll von LG verkaufte Spots zu sehen bekommen. Auch die Kabelkonzerne würden gern... und GoogleTV.... und... und...

Gleichzeitig hat die TV-Kundschaft immer weniger Lust kostbare Lebenszeit mit dem Anschauen von Fernsehspots für Produkte zu verbringen die man wahrscheinlich eh niemals kaufen will und umgeht die Werber wo es nur kann. Bestimmt werden bald erste clevere Coder an TV-Adblockern basteln.

Damit ist das grundlegende Finanzierungsmodell des privaten Free-TV in Frage gestellt und eigentlich schon Geschichte. Als Übergangszeit bleibt nur die Zeitspanne die es braucht Gewohnheiten zu ändern.

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