Ein Fernseher ist ein Gerät, ein Gerät, ein Gerät....

Während die Kritiker Google TV 2.0 in den höchsten Tönen loben -bessere Software, schnellere Software, endlich Zugang zum Android App-Store und nebenbei auch die erste Porno-App- hört man von der (sitzmäßig) Schweizer Firma Logitech dass sie von Google TV die Nase voll hat. Ein "big mistake" sei das alles. Naja.
Vielleicht sollten einige ja mal nachdenken bevor sie große Summen in Produktion und Marketing von etwas stecken was eigentlich niemand braucht.

Ich habe nie begriffen wieso ernst zu nehmende Leute glauben der Konsument brauche zu seinem Fernsehgerät quasi einen Wurmfortsatz, nenne man es "Set Top Box" oder wie auch immer. In frühen Dampflokzeiten hatten Eisenbahnwaggons ein "Bremserhäuschen". In diesem saß ein Eisenbahner welcher manuell den jeweiligen Waggon abbremste- bis jemand auf die Idee der Druckluftbremse kam mit der dann der Lokführer vorn alle Waggons bremsen konnte. Bis dahin sind etliche Bahner -damals gab es noch Winter- in den ungeheizten Dingern erfroren- vielleicht letztlich nur weil keiner rechtzeitig über den offenkundigen Unsinn nachgedacht hatte.

Eine Zusatzbox zum TV-Gerät ist das gleiche wie ein Bremserhäuschen. Als Konsument erwarte ich einfach das wenn ich mir ein TV-Gerät zulege mir dieses Zugang zu allen erreichbaren Programmen bietet. Und zu den erreichbaren Programmen gehört im Jahr 2011 on demand TV per Internet.
Das ein Großteil der Zuschauer dieses Programm zur Zeit noch nicht nutzt liegt nicht daran das sie es nicht wollen. Zuschauer sind Kunden und Kunden erwarten den Hebel zur Druckluftbremse in Griffweite und kein Bremserhäuschen fünf Waggons weiter.

Mit LG hat einer der ganz Großen TV-Hersteller das wohl begriffen. Wenn Google TV zum Erfolg werden soll dann wird dies nur über den serienmäßigen Einbau in die Geräte der Fall sein- niemals über irgendwelche Zusatzdinger von denen der Kunde schon die Nase gestrichen voll hat wenn er schweißgebadet im Kabelsalat mit Schampus feiert das er den Sch.... nach zwei Tagen irgendwie zur Kooperation mit dem Vorhandenen und damit zum Laufen gebracht hat.



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