Connected TV als Buchverkäufer

"I finally cracked it"- so soll er gesagt haben. Steve Jobs, der Mann der Apple war und die digitale Welt revolutionierte. Ein ins Web, in die Cloud integriertes TV-Gerät. Revolutionär in Design und Nutzer-Freundlichkeit, todschick und einfach zu bedienen. Per Sprachsteuerung mit Siri. Wow.

Wer kann es sich nicht vorstellen- der hagere Mann in dünnem Kaschmir-Pulli und Jeans auf einer spärlich aber gut ausgeleuchteten Bühne erklärt die neuen Features von Iphone, Ipad ,Iwasweißich, erklärt sie so, dass alle instinktiv wissen: Ja genau das ist es, diese App, dieses neue Spielzeug aus dem chinesischen Hinterland ist das, was ihr Leben erst komplettieren wird- und dann ja dann: "one more thing"... Der schwere schwarze Vorhang schwebt zur Seite und gibt die superflache superschicke Riesen LCD-Glotze den Zuschauerblicken frei. Das Publikum im Saal springt auf und rast. Der dünne Mann im Pullover lächelt. Vor den Apple Stores weltweit werden erste Warte-Zelte aufgeschlagen...

Das Leben ist nicht gerecht.

Gerade einmal drei Wochen nach dem Tod von Steve Jobs kommt seine "autorisierte" Biografie weltweit in die Buchläden. Als Buch. Gedruckt auf Papier, nicht als App. Allein das sollte eigentlich Zweifel an der "Autorisierung" auslösen.

Dabei dient das (noch?) nicht existente Wunderfernsehgerät als Aufhänger für verkaufsförderndes Medienrauschen - es scheint ein Interesse am Thema vorausgesetzt zu werden. Mit Recht.

Das Imperium Romanum, das Römische Reich, das Maß aller Dinge unserer Zeit ist das Fernsehgerät. Diese Technik und die dahinter stehende Industrie bestimmt wie keine andere unser aller aller Alltag und Leben.
Rom wird untergehen und neue Reiche werden entstehen. Es kommt ein spannende Zeit.

Gelegenheit um hier ab und zu ein paar Gedanken dazu aufzuschreiben.
Der schwarze Vorhang wird den Blick bald freigeben. Im Gegensatz zu Steve Jobs können wir wahrscheinlich dabei sein.

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