Freitag, 24. Februar 2017

Auch "American Gods" wird "Amazon Exclusive"

Foto: Amazon / © Starz Entertainment

Das gefällt mir. Obwohl: Schon wieder Amazon. Und schon wieder Götter. Sind die Amerikaner da etwa irgendwie besessen? Zählen wir mal zusammen: Über die ganzen Heerscharen von Göttern in den Universen der Agents of S.H.I.E.L.D., Guardians of the Galaxy oder Avengers von irgendwas habe ich die Übersicht verloren. Dann gab es da den "Preacher", der aber mit "Lucifer" nicht direkt zu tun hat. Auch in "Ash vs Evil Dead" tanzen die Teufel, bis die Kettensäge kommt. Was hat gefehlt? Na klar: "American Gods".

Was mir daran gefällt? Nun ja- wie die Amerikaner so ihre großen Probleme aufarbeiten. Kein trübsinniger und politisch korrekter Problemfilm wie bei uns, sondern Unterhaltung pur. Obwohl da etwas ist- aber vielleicht bilde ich mir das ja auch nur ein. "American Gods" basiert jedenfalls auf dem gleichnamigen Roman von Neil Gaiman aus dem Jahr 2001. Die Grundidee des Werkes: Götter sind auch nur Menschen, es gibt viele davon und es kommt ein Krieg zwischen den "alten Göttern" aus den Mythologien und der Bibel sowie den neuen Göttern unserer Zeit auf die Welt zu.

"American Gods" ist eine der am meisten erwarteten Serien des Frühjahrs in den USA, kein geringerer als HBO hat das Projekt mehrere Jahre als eine Art neues "Game of Thrones" vorangetrieben, aber irgendwie hat es nicht gepasst. Jetzt ist die Serie bei Starz gelandet und feiert dort Ende April Premiere. Und wir bekommen sie ab dem 1. Mai als "Amazon Exclusive".

Die "alten Götter" haben jedenfalls so ihre Schwierigkeiten, gegen die neuen Götter ihre Gläubigen zu halten und auch wenn die neuen Götter Namen wie "Media" oder "Technical Boy" tragen, sind etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen natürlich rein zufällig. Schließlich ist die Buchvorlage ja schon 16 Jahre alt.

Ian McShane, bekannt unter anderem als das Charakter-Gesicht des Piraten "Blackbeard" in den "Piraten der Karibik", ist "Mr. Wednesday", der mit "Shadow Moon" alias Ricky Whittle ("Lincoln" aus "The 100") auf Mission zieht. Gillian Anderson ist "Media", die Sprecherin der neuen Götter.

Das könnte ein großer Spaß werden. Aber die Wahrheit liegt irgendwo da draußen, "Media" weiß es, und aus irgendeinem Grund muss HBO das Drehbuch ja nicht gefallen haben. Auf jeden Fall werde ich mal reinschauen und mögen die Götter der guten Serien mit uns sein. Ein Anfang ist auf jeden Fall gemacht- Amazon will uns jede Woche eine neue Folge bieten und schon nur einen Tag nach der US-Premiere sowohl die Originalversion als auch die deutsche Synchronfassung bereit halten.

Donnerstag, 23. Februar 2017

"The Discovery"- Robert Redford muss jetzt bei Netflix entdeckt werden

Foto: Netflix

Man beachte das Bildformat. Es ist nicht für Fernseher. Es ist für eine Kino-Leinwand gedacht. "The Discovery" ist ein Science-Fiction-Spielfilm. Es geht um die ewige Frage aller Fragen, die Fragen nach einem Leben nach dem Tod. Und wie die Menschen darauf reagieren würden, wenn sie eine wissenschaftlich beweisbare Antwort auf diese Frage hätten. Die auch noch "Ja!" lautet.

Robert Redford spielt mit. Also eindeutig ein Kinofilm. Im Prinzip war das wohl auch irgendwann einmal der Plan. Die Vertriebsrechte für "The Discovery" gingen aber im Sommer vorigen Jahres an Netflix und der Film wandert nun direkt vom Sundance Film Festival nicht in die Kinos, sondern nach "Nur auf Netflix ab 31. März".

Die Veränderung der Bedingungen für Kinofilme durch die Streaming-Anbieter ist ja schon länger ein interessantes Thema. Und so langsam (von der Idee bis zum fertigen Film dauert es ja eine gewisse Zeit) sammeln sich immer mehr Fakten dazu an. Klar, die Riesen-Blockbuster der Transformers und Avengers bleiben vorerst im Kino. Aber was ist mit dem "typischen" Robert Redford-Film?

Denn wirklich große Filme kann man nicht planen. Man kann Filme planen, finanzieren und drehen. So wie die Geschichte der dänischen Autorin Karen Blixen, die ins koloniale Afrika zieht und dort Robert Redford, ähh, Denys Finch Hatton trifft. Aber "Out of Africa" wird daraus erst, wenn auf wundersame Weise alles zusammen passt und ein Funken Genie nicht nur Meryl Streep oder Robert Redford, sondern alle Beteiligten wie den Komponisten John Barry oder den Regisseur Sidney Pollack gleichzeitig trifft. Das ist selten. Und so gut wie niemals wirklich geplant.

"The Discovery", also die Entdeckung solcher Filme, fand bisher im Kino statt. Noch werden sie wenigstens geplant und auch gedreht- wenn sich eine Finanzierung findet. Dazu aber müssen sie aber immer öfter erst von Netflix, Amazon oder Filmförderern entdeckt werden.

Ich bin mir nicht sicher, ob "Out of Africa" heute noch möglich wäre. "The Discovery" hat es aber geschafft. Ab 31. März steht die Entdeckung bei Netflix zum Abruf bereit.

Ab Montag: Der FC Bayern hat einen eigenen Fernsehsender

Foto: Telekom

"Je mehr das Internet es ermöglicht, Zwischenhändler aller Art auszuschalten und die Inhalte direkt an die Zuschauer zu verkaufen, um so mehr werden die Herren der Inhalte diese Möglichkeiten nutzen." So stand es hier vor gut drei Jahren, als der FC Bayern München ins Web-TV startete.

Seitdem ist ziemlich viel Wasser die Isar hinunter geflossen und die Welt entwickelte sich weiter. Nun ist beim deutschen Dauer-Meister wieder ein neuer Schritt fällig, und auch der wird den "Etablierten" in der Fußball-Berichterstattung gar nicht passen.

Am kommenden Montag, den 27. Februar 2017 um 11:00 Uhr, ist es soweit: Der FC Bayern München gibt den Startschuss für FC Bayern.tv live, seinen eigenen, linearen Fernsehsender. Dort gibt es rund um die Uhr Berichte über den FC Bayern zu sehen - 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Zu empfangen ist der Kanal über das Entertain-TV der Telekom sowie über die offizielle Website und die Smartphone Apps des FC Bayern München - alles in HD-Qualität und ganz ohne "HDplus".

Ganz kostenlos ist das natürlich nicht. 5,95 Euro im Monat berechnet der FC Bayern für sein Vereins-Fernsehen. In der ersten Woche vom 27. Februar bis 5. März dürfen alle Fans kostenlos "Probe" gucken und Telekom Entertain-Kunden sind sogar volle zwölf Monate kostenlos dabei.

"Mit FC Bayern.tv live sind wir der erste deutsche Klub mit einem eigenen linearen TV Channel. Wir sind stolz, diesen Kanal in Kooperation mit unserem Hauptsponsor Telekom ins Leben rufen zu können. Es ist ein neuer Weg, um unsere vielen Fans zu erreichen", so Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG.

Wo hab ich das so ähnlich schon einmal gehört: Ach ja, erst gestern, vom IOC-Chef.

Was gibt es zu sehen beim "FC Bayern TV"? Die Champions League live? Nein, natürlich nicht. Dafür reichen 5 Euro und 95 Cent nun doch nicht aus. Aber es gibt eine News-Sendung, live von Montag bis Freitag jeweils um 11 Uhr und um 18 Uhr aus dem neuen TV-Studio des FC Bayern.

Live dabei sein kann man aber auch bei öffentliche Trainingseinheiten oder Pressegesprächen. Bei allen Spielen der Basketballer des FC Bayern und den Heimspielen der U19-Junioren. Alle Spiele und Tore der Profi-Mannschaft gibt es zeitversetzt als "Re-Live". Dazu noch Sendungen wie "Classics"- ein Rückblick auf die größten Momente aus der Historie des FC Bayern. Oder "1:1 Talk" mit Vertretern des FC Bayern. In "Nachspielzeit" analysiert ein Experte das vergangene Bundesliga-Spiel. In "Inside" stehen Personen rund um die Profimannschaft im Fokus.

Und viele "weitere aktuelle Inhalte" sind versprochen.

Schritt für Schritt könnten "die Etablierten" in der Sport-Berichterstattung so zu "Abgehängten" werden.

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